Annika Klose (SPD) verteidigt geplantes höheres Renteneintrittsalter – Debatte um Generationengerechtigkeit

Annika Klose, SPD-Bundestagsabgeordnete, stellt sich hinter die Vorschläge der Rentenkommission für ein höheres Renteneintrittsalter – und betont die Bereitschaft vieler Menschen, für bessere Leistungen auch tiefer in die Tasche zu greifen.

heute 19:00 Uhr | 2 mal gelesen

Sozialpolitik ist in Deutschland eigentlich immer ein Thema, das Emotionen weckt – und jetzt steht wieder die Rente ins Rampenlicht. Annika Klose, die für die SPD im Bundestag sitzt und sozialpolitische Themen federführend betreut, verteidigt das Konzept, den Renteneintritt nach hinten zu verschieben. In Interviews mit der Funke-Mediengruppe brachte sie auf den Punkt, was viele Jüngere denken: Die Sorge, irgendwann mit leeren Händen dazustehen, nagt. Deshalb schlägt die Kommission vor, das System auf solidere Beine zu stellen. Klar, dafür müsste jeder etwas mehr einzahlen, aber am Ende käme angeblich mehr dabei raus. Interessantes Detail am Rande: Laut Klose sind über drei Viertel der Bevölkerung – und gerade viele jüngere Menschen – laut Befragungen bereit, höhere Beiträge zu leisten, wenn auch die Renten steigen. Also, so ihre Hoffnung, vielleicht wären die Widerstände gegen das Modell nicht so groß, wie manche meinen.

Ob das wirklich so ist? Die Spitze der SPD-Jugend (Jusos) sieht das komplett anders: Philipp Türmer, ihr Chef, lehnt es entschieden ab, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Seine Argumentation: Wer körperlich hart arbeitet, für den seien zusätzliche Arbeitsjahre kaum gerecht. Dienstag jedenfalls ist Stichtag – dann soll das Gutachten der Regierung übergeben werden. Wie viel Streit und Kompromiss noch bevorstehen? Wer weiß – Rentenpolitik in Deutschland war schließlich selten ein Selbstläufer. Vielleicht ist am Ende aber genau dieses Hin und Her eine Stärke.

Annika Klose, die für die SPD im Bundestag sitzt, bezieht klar Stellung: Ein höheres Renteneintrittsalter sei notwendig, um das Rentensystem zu stabilisieren, da viele Menschen um ihre spätere Absicherung fürchten. Allerdings ist die SPD-Jugendorganisation Jusos strikt dagegen und warnt, dass eine Kopplung an die Lebenserwartung vor allem für geringverdienende oder körperlich arbeitende Menschen sozial ungerecht ist. Während die Debatte weiter hochkocht, präsentiert die Rentenkommission der Bundesregierung diesen Dienstag Empfehlungen für die geplante Reform, wobei sich Widerstände abzeichnen – in der Gesellschaft wie auch parteiintern.

Nebenbei gibt es neue Aspekte: Laut Recherchen in verschiedenen Leitmedien gewinnt die Debatte an Fahrt, nachdem auch CDU und FDP schärfere Forderungen zur nachhaltigen Finanzierung der Rente stellen. Der Hintergrund: Laut Daten des Statistischen Bundesamts wird sich die Zahl der Rentner bis 2035 um rund vier Millionen erhöhen, was das Umlageverfahren enorm belastet. Gleichzeitig fordern soziale Verbände, dass die Diskussion nicht allein auf längeres Arbeiten hinausläuft, sondern vielmehr flexible Übergänge und eine Stärkung der Erwerbsminderungsrente im Fokus stehen sollten.

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