Leichter Anstieg bei den Insolvenzen
Die aktuellen Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigen: Im Oktober mussten in Deutschland 1.683 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz anmelden. Im Vergleich zum September ist das ein winziges Plus, im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der Zuwachs mit neun Prozent doch etwas deutlicher aus.Niveau weit über vorpandemischen Zeiten
Legt man die Jahre vor der Pandemie zugrunde, ist die Entwicklung noch drastischer: Das aktuelle Niveau liegt 83 Prozent über dem Mittelwert der Oktober-Zahlen von 2016 bis 2019. Besonders auffällig zeigt sich das in Hessen, wo mit 180 Insolvenzen ein neuer Höchststand seit Beginn der IWH-Aufzeichnungen im Januar 2020 verzeichnet wurde.Arbeitsplätze stärker betroffen
In den großen, insolventen Firmen steckt 2024 noch mehr Sprengstoff. Rund 16.800 Arbeitsplätze waren allein im Oktober bei den größten zehn Prozent der von Insolvenz betroffenen Unternehmen gefährdet – deutlich mehr als in den Vormonaten, und sogar doppelt so viele wie im langjährigen Oktober-Durchschnitt.Verarbeitendes Gewerbe besonders belastet
Noch ein anderer Wert springt ins Auge: Im industriellen Bereich, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, trug allein der Oktober rund 9.400 betroffene Stellen ein – der zweithöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn, nur knapp hinter dem September dieses Jahres. In Baden-Württemberg wurde mit rund 6.500 gefährdeten Beschäftigten sogar ein bisheriger Rekord erzielt. Unter den insolventen Unternehmen fanden sich prominente Namen wie die VARTA AG und verbundene Betriebe.Pessimismus mit Funken Hoffnung
Der Leiter der Insolvenzforschung am IWH, Steffen Müller, urteilt angesichts der Zahlen, dass sich die Insolvenzquote weiterhin „auf hohem Niveau“ bewege. Gleichzeitig zeigen einige Frühindikatoren langsam eine mögliche Trendumkehr an – die Hoffnung: Mit dem Jahreswechsel könnte sich die Situation bessern, auch wenn man vom gewohnten Vorkrisenniveau noch weit entfernt bleibt.Kaskadeneffekte drohen der Industrie
Verarbeitetes Gewerbe, Lieferketten, regionale Arbeitsmärkte – all das steht unter Druck. Wenn Großunternehmen fallen, reißt das nicht selten Zulieferer, Dienstleister und ganze Kommunen mit ins Straucheln. Offen bleibt, wie gut Sanierungsversuche greifen und wie viele Arbeitsplätze dabei wirklich gerettet werden können. Übrigens – aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass in solchen Phasen viel Unsicherheit herrscht: für Beschäftigte wie für Gläubiger, auch abseits nüchterner Statistiken.Vorsichtige Zuversicht für das Jahresende
Zwar sprechen viele Branchen momentan von Licht am Ende des Tunnels, doch ein Zurücklehnen scheint verfrüht. Es bleibt eine Zitterpartie, zumindest bis Jahresende.
Höchststand der Insolvenzen setzt sich fort
Nach neuesten Analysen bleibt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland hoch und liegt deutlich über dem Vorkrisendurchschnitt. Die Belastung für Arbeitsplätze wächst, vor allem im industriellen Kernland Baden-Württemberg, wo besonders viele Mitarbeiter betroffen sind.
Unsichere Perspektiven für Beschäftigte
Trotz eines leichten Anstiegs erwarten Experten des IWH zum Jahresende einen leichten Rückgang neuer Verfahren. Unklar bleibt, wie gut Sanierungsmaßnahmen gelingen und ob eine nachhaltige Trendwende geschafft ist.
Aktuelle Erweiterungen aus der Presse
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Oktober weiter gestiegen ist und beobachtet, dass besonders die Auswirkungen auf die Beschäftigten gravierend ausfallen. Viele Branchen, insbesondere in der Industrie, leiden derzeit unter hohen Energiepreisen, Lieferengpässen und steigenden Kapitalkosten – der Blick in die Zukunft bleibt vorsichtig optimistisch, da staatliche Stützungsmaßnahmen nur begrenzt helfen (
Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut "FAZ" geraten derzeit neben klassischen Mittelständlern auch größere Traditionsunternehmen zunehmend unter Druck, was das Insolvenzgeschehen dynamisiert – ein Trend, der sich im laufenden Jahr zuspitzen könnte, sobald weitere Förderprogramme auslaufen (
Quelle: FAZ). Ein Bericht der "Zeit" hebt hervor, dass Experten von einer Normalisierung der Insolvenzen nach der coronabedingten Stagnation sprechen, zugleich aber betonen, dass steigende Zinsen und die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe die Firmenlandschaft zusätzlich belasten (
Quelle: Zeit Online).