ARD Degeto CAMPUS: Filmschaffende treffen Köpfe hinter neuen Streamingformaten in Köln und München

Frankfurt am Main – Gleich zweimal trafen im Juni Kreative und Branchenleute aus der deutschen Film- und Fernsehlandschaft im Rahmen von "Meet the Makers"-Events auf neue Impulse der ARD-Fiction-Abteilung. Die ARD Degeto CAMPUS Veranstaltungen in Köln und München boten nicht nur frische Einblicke in die Programmstrategie des öffentlich-rechtlichen Streamings, sondern brachten bei der Gelegenheit auch einen Führungswechsel auf die Bühne.

heute 11:05 Uhr | 2 mal gelesen

Bei beiden Events, die rund 200 Branchenprofis anzogen, kündigte sich ein kleiner Generationenwechsel an: Christoph Pellander übergab offiziell an Karsten Günther als neuen Degeto-Redaktionsleiter – mitten in der Atmosphäre kreativer Aufbruchsstimmung. Günther formulierte, dass Erfolg bei Streamingserien und -filmen heute zuallererst bedeutet, konsequent auf unverwechselbare Stoffe und dynamische Handschriften zu setzen – oder, wie er sinngemäß sagte, 'kein Klein-Klein mehr, sondern sichtbare Kante'.

Zusammen mit Yannick Bassler (Das Erste, Mediathek) in Köln und Bettina Ricklefs (BR) in München wurde den Besucher:innen deutlich gemacht, wie offen die ARD für neue inhaltliche Zugänge ist. Exemplarisch vorgestellt wurden gleich drei Premieren: Mystische Twists, zurückliegende Zeitebenen und die Lust am Genre-Mix. Ganz praktisch zeigte das die Produktion "Mabuse" – ein Mystery-Projekt von Keshet Fiction unter Boris Kunz, das schon bei der Besetzung viel Verve beweist: Friedrich Mücke, Clemens Schick und andere sollen das Format prägen.

Auch "Keltenburg" – ein Krimi, dessen Handlungsstränge tief in die Vergangenheit führen – holte sich Aufmerksamkeit. Autorin Kristin Derfler und Produzentin Jean-Young Kwak zeigten, wie viel Reibungsfläche in solchen Konzepten steckt. Zum krönenden Abschluss: Die radikal andere Love Story "Ursprung der Liebe" – eine Anti-Rom-Com, produziert von Rat-Pack, inszeniert von Sarah Blaßkiewitz, nach einer Graphic Novel von Liv Strömquist. Erstes Bildmaterial stieß auf spürbare Neugier.

Die Events waren Teil zweier zentraler Festivals: des Seriencamp Festivals Köln und des Filmfests München – mit kräftiger Unterstützung der Film- und Medienstiftung NRW. Wer Teil des Netzwerkens oder künftiger Diskussionen sein möchte: Kontaktaufnahme über die Degeto möglich.

Im Rahmen der "Meet the Makers"-Veranstaltungen der ARD Degeto in Köln und München wurde neben einem Führungswechsel auch eine neue Richtung für fiktionale ARD-Streaminginhalte präsentiert. Im Mittelpunkt standen innovative Ansätze für Serien und Filme, die sich gezielt an die Sehgewohnheiten des jungen Publikums zwischen 20 und 49 Jahren richten und auf klare Profile sowie kreative Handschriften setzen. Ergänzend dazu betonte die ARD auch aktuell, dass sie den Ausbau ihrer Mediathek-Strategie vorantreiben will, neue Genres ausprobieren möchte und sich mit aufwendig produzierten Premiumformaten im zunehmenden Wettbewerb um Zuschauer behaupten will – ein Ansatz, der von vielen deutschen Sendern und Streaming-Anbietern inzwischen ähnlich verfolgt wird. Neu in den letzten 48 Stunden: Die ARD plant in naher Zukunft ein noch vielfältigeres Streaming-Portfolio und kündigte weitere Kooperationen an. Auf der DW wurde hervorgehoben, dass die deutschen Öffentlich-Rechtlichen ihre Inhalte vor allem für Mediatheken und Streaming optimieren und dabei noch stärker Diversität und innovative Erzählformen fördern. Zeitgleich zeigte ein Blick auf die Tagungen der Medienbranche (bspw. auf www.sueddeutsche.de), wie sich Branchenteilnehmer verstärkt für mehr Flexibilität in der Auswertung von Originals aussprechen, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

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