Audi fährt Gewinne kräftig runter: Nur noch 95 Millionen im dritten Quartal

Der drastische Rückgang beim Gewinn hat mehrere Ursachen – von der schleppenden Lage in China bis zu härteren Wettbewerbsbedingungen und Zusatzbelastungen durch Zölle sowie Energiepreise. Unterdessen steht Audis Chef Gernot Döllner wegen seines öffentlichen Auftritts mit Donald Trump zunehmend im Kreuzfeuer der Kritik.

30.10.26 09:22 Uhr | 6 mal gelesen

Einbrüche, wohin man schaut: Audis drittes Quartal

Wer noch einen Beweis für das Rütteln an den Grundfesten der Autoindustrie brauchte – bitteschön: Audi sackt ab und verbucht zwischen Juli und September gerade mal 95 Millionen Euro Gewinn nach Steuern. Klingt nach viel? Im Vergleich zu den 718 Millionen aus dem Vorjahr eher eine schrumpfende Hausnummer – genauer gesagt, ein Minus von 87 Prozent.

Chinas Schatten und der Tanz mit alten Motoren

Was drückt den Gewinn so heftig? Vor allem das Geschäft in China – ausgerechnet dort, wo Audi einst stolz seine Millionenmengen absetzte, werden Verbrenner jetzt auf die Ersatzbank geschoben. Und der Druck durch lokale Hersteller, vor allem bei E-Mobilität, hat etwas von einem Schlagabtausch, bei dem Audi längst nicht mehr jeden Treffer kontert. Auch chinesische Autos schwemmen zunehmend nach Europa, was den Preiskampf verschärft. Man stelle sich vor: Ein nie endender Überholvorgang auf der Autobahn der Konkurrenz. Dass außerdem Unsicherheiten durch die Lage im Nahen Osten sowie explodierende Energiekosten zusätzlich wie ein Mühlstein an Audis Bilanz hängen, ist kein Geheimnis mehr. Obendrauf kommen ärgerliche US-Zölle, die seit Monaten durch die Bilanzen trampeln.

Prognose wackelt, Hoffnung bleibt

Angesichts dieses wackligen Bodens rudert Audi bei seiner Jahresprognose vorsichtshalber zurück. Gleichzeitig gibt man sich optimistisch – vielleicht auch trotzig – und spricht vom "kräftigen vierten Quartal". Was das bringt, bleibt abzuwarten. Ach ja, so ganz nebenbei stemmt sich die gesamte deutsche Branche gerade gegen schwache China-Nachfrage, den brutalen Preisdruck und kostspielige Entwicklungen rund ums Elektroauto. Kaum Spielraum für Fehler.

Sturm um den Chef: Trump, Werk und Zweifler

Als wäre der Zahlenkrimi nicht genug, rauscht Audi zudem durch die Medien wegen Konzernboss Gernot Döllner, der sich kurzerhand auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump zeigte – in Georgia. Trump feierte dort großspurig ein neues Audi-Werk. Der Haken an der Sache: Döllner wird nun von Kritikern beschossen, er habe interne Regeln missachtet. Seine Verteidigung? Alles diene Audis Interesse und natürlich habe er höchsten Respekt vor dem Präsidentenamt – eine von diesen Sätzen, die alles und nichts bedeuten können.

Blick nach vorn – oder ins Nebelgrau?

Wer Audi seit Jahren verfolgt, dem dürfte der Bedeutungsverlust des chinesischen Marktes und der knifflige Wandel zu Stromern nicht entgangen sein. Im Augenblick wirkt es ein bisschen wie das Jonglieren auf schwankender Bühne: Elektro-Wette, neue Standorte, politische Risiken – das alles hängt an Prognosen für Nachfrage, Kosten und Zölle. Bleibt, ehrlich gesagt, ein Restzweifel, ob das vierte Quartal ausreicht, um diese Schieflage zu korrigieren.

Zusammenfassung

Im dritten Quartal 2023 fiel Audis Gewinn auf nur noch 95 Millionen Euro – ein Einbruch von 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Hersteller leidet massiv unter einer schwächelnden Nachfrage in China, verschärft durch den Umbruch weg vom Verbrennungsmotor und die aggressive Konkurrenz chinesischer Autobauer, vor allem bei Elektrofahrzeugen. Hinzu kommen höhere Zölle und steigende Energiekosten, was Audi dazu zwang, die Jahresprognose abzusenken und ein unsicheres, aber stärker erwartetes viertes Quartal in Aussicht zu stellen.

Recherche: Zusätzliche Details und aktuelle Entwicklungen

In den letzten Tagen berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter anderem über die generelle Unsicherheit innerhalb der deutschen Autobranche, da viele Hersteller nach schwachen Quartalszahlen vom Rotstift getrieben werden – nicht nur Audi, sondern auch andere große Namen versuchen, ihre Kostenbasis schnell zu verschlanken, während sie gleichzeitig in Transformation und Elektromobilität investieren müssen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Zudem analysierte die "Zeit", dass vor allem Exporteure innerhalb Europas am massivsten unter den neuen Handelshemmnissen leiden. Neben steigenden Energiepreisen werden vor allem die geplanten neuen Abgaben zwischen den USA, China und Europa als größtes Risiko für den künftigen Markterfolg der Automobilindustrie gesehen (Quelle: Die Zeit). Die "FAZ" hob explizit hervor, dass sich im Schatten der schlechten Quartalszahlen die Standort-Frage zuspitzt: Wird es wirklich ein neues Audi-Werk in den USA geben oder bleibt die Ankündigung reine Wahlkampfkulisse? Die Unsicherheit über politische Partnerschaften, wie die zwischen Döllner und Trump, schwebt als Damoklesschwert über zukünftigen Investitionsplänen der deutschen Autobauer (Quelle: FAZ).

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