Besonders interessant ist der Zeitpunkt: China versucht weiterhin, seinen Arm über die pazifischen Inselstaaten auszustrecken – ökonomisch, diplomatisch und zuletzt auch mit eigenen Sicherheitsangeboten. Die Region ist längst kein beschauliches Paradies mehr, sondern Spielball von Einflusssphären und Sicherheitsarchitekturen geworden. Albanese betonte nüchtern, dass ein Angriff auf Fidschi ein Angriff auf Australien sei. Worte, die nachhallen – vor allem in der aktuellen Lage. Erst vergangene Woche hatte Canberra auch mit Vanuatu einen Deal unterschrieben. Gemessen an der Dynamik kann ich nicht ausschließen, dass bald noch mehr Staaten dem neuen Bündnis beitreten wollen. Doch – ganz unter uns – ob das letztlich dabei bleibt, dass alle „im Notfall füreinander einstehen“, wird man wohl erst dann sehen, wenn es wirklich drauf ankommt.
Australien und Fidschi gehen mit der „Ocean of Peace Alliance“ einen ungewöhnlich klaren Schritt in Richtung militärischer Zusammenarbeit – untypisch für die bisher eher zurückhaltende Pazifikdiplomatie. Das Abkommen verpflichtet beide Länder zum militärischen Beistand und soll vor allem dem wachsenden Einfluss Chinas in der Region Paroli bieten. Einige Stimmen aus dem pazifischen Raum begrüßen die Absicherung durch Australien, während andere die Gefahr sehen, dass die Inselstaaten immer stärker zur Bühne für Großmachtpolitik werden. Interessanterweise hat Australien vergangene Woche ein ähnliches Sicherheitsabkommen mit Vanuatu gesetzt – das unterstreicht den Ernst der Lage und, dass Australien sich nicht mehr allein auf symbolische Gesten verlässt. Laut aktuellen Medienberichten (s. z.B. auf taz.de und dw.com) gilt der Wettbewerb mit China inzwischen als Haupttriebfeder solcher Initiativen. Auch die Option für andere Pazifikstaaten, das Bündnis zu erweitern, wird als strategischer Puffer gegen externe Einflüsse interpretiert.