Das Statistische Bundesamt brachte es am Freitag trocken auf den Punkt: Wer im August 2026 ein Wohnhaus errichten ließ, zahlte im Schnitt 5,5 Prozent mehr für die Bauleistungen als ein Jahr zuvor. Für Mai wurde der Preissprung übrigens noch mit 'nur' 5,0 Prozent beziffert.
Vom Rohbau bis zum Elektro: Preisanstieg überall
Innerhalb von nur drei Monaten zogen die Baupreise außerdem nochmals um 1,0 Prozent an. Notabene: In diesen Zahlen steckt neben dem Material auch die Mehrwertsteuer mit drin. Ein etwas vertracktes Bild, denn kleine Kostensprünge summieren sich bei Bauprojekten rasend schnell.
Im Rohbau – also alles vom Keller bis zum Dachstuhl – lag der Anstieg im August gegenüber dem Vorjahr bei 5,4 Prozent. Besonders Dachdecker und Holzbauer dürfen – salopp gesagt – die Sektkorken knallen lassen: 7,6 bzw. 7,2 Prozent Plus. Betonarbeiten? 4,3 Prozent teurer. Mauerwerk? Plus 4,2 Prozent. Erdarbeiten zog's mit 6,1 Prozent nach oben.
Heizung und Technik treiben Preise weiter
Auch beim Innenausbau, wo so mancher Sparfuchs noch hofft, gibt’s wenig Grund zur Freude. Ausbauarbeiten wurden 5,7 Prozent teurer. Wärmepumpen und sonstige Heiz- oder Wasseranlagen verteuerten sich um 5,2 Prozent; beim Metallbau waren es 5 Prozent. Fast am auffälligsten: Elektroanlagen sowie Sicherheitstechnik wurden im Jahresschnitt sogar um 7,2 Prozent kostspieliger.
Dämmung? Um 5,7 Prozent teurer – eine Zahl, die angesichts politischer Debatten um Energieeffizienz ihr eigenes Gewicht bekommt.
Bauen, modernisieren, Straßen sanieren — alles kostet mehr
Wer dachte, es erwischt nur Bauherren, irrt. Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (mal abgesehen von Schönheitsreparaturen) kosten nun 6,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bürogebäude kommen mit Plus 5,7 Prozent noch „günstig“ davon, Gewerbebauten liegen bei 5,5 Prozent Zuwachs.
Und der Straßenbau? 6,9 Prozent Steigerung seit August 2025 – da vergeht auch Gemeinden und Städten das Lachen. Die kalkulieren mittlerweile fast monatlich neu.
Die große Frage: Wird bald gar nichts mehr gebaut?
Es ist ohnehin kein leichtes Pflaster: Zinsen auf Rekordhöhe, teure Baustoffe und ständig anspruchsvollere Effizienzvorgaben bremsen viele Projekte aus. So werden Pläne kleiner gestrickt, Aufträge verschoben oder ganz gekippt. Trotzdem zeigen die Bauzahlen im August: Komplett zum Erliegen kommt die Branche nicht, aber Bauherren und Mieter spüren den Druck immer deutlicher.
Mehr Neubau und zügige Genehmigungen könnten zwar helfen, doch ob steigende Kosten durch mehr Angebot oder neue Förderungen abgefedert werden – das bleibt vage. Öffentliche Projekte, etwa im Straßenbau, kämpfen ebenfalls mit der Kostenlawine. Vieles bleibt daher weiter in der Schwebe. Manchmal fragt man sich: Wenn alles teurer wird, was bleibt dann eigentlich noch drin für die Menschen, die ein Zuhause brauchen?