Berliner CDU-Kreise setzen auf Evers: Neue Spitze für die Wahl gesucht

Stefan Evers rückt in den Fokus der Berliner CDU: Die Kreisvorsitzenden wollen ihn als Spitzenkandidaten zur Abgeordnetenhauswahl und kommissarischen Landeschef aufstellen.

heute 21:51 Uhr | 3 mal gelesen

Am Freitagabend gab es einen kleinen Paukenschlag in der Berliner CDU: Die Kreisvorsitzenden stellen sich hinter Stefan Evers, der nicht nur als Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September, sondern auch gleich als vorläufiger Landesvorsitzender ins Gespräch gebracht wird. Noch am Nachmittag hatte der amtierende Bürgermeister, Kai Wegner, überraschend seinen Rückzug von der Rolle des Spitzenkandidaten verkündet. Er stand in der Kritik, besonders wegen seines umstrittenen Umgangs mit dem Brandanschlag auf das Stromnetz im Januar – mal hieß es, er habe zu langsam reagiert, mal, er habe gar die Unwahrheit gesagt. Evers, noch nicht mal anderthalb Jahre Finanzsenator und frischgebackener Kultursenator, steht nun vor einem politischen Kraftakt. Der CDU-Landesvorstand muss dem Ganzen aber noch offiziell zustimmen. Wirklich ruhig geht es in Berliner Politik selten zu – daran hat sich auch diesmal nichts geändert.

Stefan Evers steht nach dem Rückzug von Kai Wegner offenbar vor einer doppelten Herausforderung: Er soll die CDU Berlin sowohl als Spitzenkandidat in die Abgeordnetenhauswahl führen als auch kommissarisch die Landespartei leiten. Wegners Rückzug ist das Resultat des öffentlichen Drucks nach mehrmonatigen Diskussionen um sein Management beim Stromnetzan-schlag, das ihm Versäumnisse und widersprüchliche Aussagen einbrachte. Mit Evers setzt die CDU nun auf ein Gesicht, das bisher eher als fachorientiert und sachlich galt, jedoch politisch noch beweisen muss, ob er auch im Wahlkampf die nötigen Akzente setzen kann. Weitere Informationen: In den jüngsten Berichten ist zu lesen, dass die Berliner CDU gerade deshalb einen „Neuanfang mit Glaubwürdigkeit“ sucht. Interne Gespräche laufen und viele hoffen, dass Evers durch seine Erfahrung als Senator für Finanzen und Kultur einen frischen, zugleich verbindlichen Ton in die Partei bringen wird.

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