Bernd Schiller ist für manche vielleicht ein vertrauter Name, besonders, wenn es um die Verbindung von Mathematik und Malerei geht. Vieles an seiner Arbeit entzieht sich einfacher Kategorisierung – da schwingt etwas Experimentelles mit, eine fortwährende Suche nach neuen Formen des Ausdrucks. Anfangs, direkt nach der Schule, tastete er sich in Berliner Ateliers vor, unter anderem bei Otto Nagel. Es ist eigenartig – seine frühen Ausstellungen wirkten wie ein Sammelsurium, mal impressionistisch, dann wieder fast technisch, stets offen für Veränderung.
Ab Mitte der 1980er-Jahre kristallisierten sich geometrische Motive als zentrale Achse seines Schaffens heraus. Mit Unterstützung – insbesondere durch seine Frau Ilona Helbig – transformierte er Skizzen allmählich in bildgewaltige Öl- und Acrylwerke. Wenn man einen roten Faden sucht, findet man ihn spätestens ab 2008: Seitdem betreibt Schiller eine konsequente Weiterentwicklung bauhausnaher Ideen. Er lässt Quadrate tanzen, erzeugt winterliche und frühlingshafte Rhythmen ("Vier Jahreszeiten") und experimentiert in Reihen wie "Kontrollierte Veränderung" mit generativer Kunst. Konkrete Titel wie "Fluchten", "Drehmomente" oder "Malstrom" nehmen die Betrachter mit auf eine Reise, deren Endpunkt offenbleibt. Aktuell sorgt "Skorpion" für Gesprächsstoff, ein Zyklus, der schillernd und sperrig zugleich wirkt – wie das Tier, nach dem er benannt ist.
Schiller, vertreten auf Ausstellungen in Städten wie Berlin, Basel, Gera, Salzburg, Paris und natürlich Innsbruck, gehört wohl zu den Dauergästen der ARTfair. Fünfzehn Mal bereits stellte er in Innsbruck oder Salzburg aus, dazu kommen Soloschauen etwa im Henry van de Velde-Museum in Gera. Nicht immer war er persönlich dabei; dieses Mal verhindert ein familiärer Trauerfall die Anreise, doch Galerist Joachim Dikmayer und Team übernehmen seine Präsenz in gewohnt engagierter Manier.
Das ARTspecial „Phantastischer Realismus in neuzeitlicher Prägung“ bringt bei der 30. ARTfair Innsbruck die Werke Schillers zusammen mit Arbeiten von Thorsten Gebhardt und der jungen Doris Breuer. 1980 hätte sich Schiller das alles vermutlich nie träumen lassen – heute ist seine Spur in der internationalen Kunstszene unverkennbar.
Pragmatische Informationen am Rande: Die 30. ARTfair Innsbruck steigt vom 23. bis 25. Oktober 2026 in der Olympiaworld (Olympiastraße 10) und versammelt Galerien aus über 20 Nationen. Details, Pressetermine, Bildmaterial und Ansprechpartner finden sich gesammelt auf www.artfair-innsbruck.com und bei Veranstalterin PEFA FINE ART Ltd. Ein alter Spruch sagt ja: Keine Kunstmesse ohne Überraschungen. Mal sehen, welche es dieses Jahr sein werden.
Bernd Schiller, einer der ausdauerndsten künstlerischen Chronisten geometrischer Transformation, erhält durch die Berliner Hauptstadt Galerie Dikmayer zur Jubiläumsausgabe der ARTfair Innsbruck 2026 eine eigene Bühne. Das diesjährige Messe-Special hebt den Brückenschlag zwischen klassischem Bauhaus-Impuls und individueller Formfindung hervor. Quellen aus der aktuellen Berichterstattung der letzten 48 Stunden betonen zum einen, wie Messen wie die ARTfair zunehmend eine Plattform für einen innovativen Generationenmix und internationale künstlerische Positionen bieten (z.B. Süddeutsche), und wie Traditionshäuser durch gezielte Künstlerförderung den Wandel der Kunstszene mitgestalten (z.B. FAZ). Zudem zeigt sich in vielfältigen Rückblicken, dass gerade Künstler, die sich nicht ins Schema pressen lassen, auf Resonanz bei einem breit gemischten Publikum stoßen (z.B. Zeit). Schiller bleibt so nicht nur ein Individuum mit klarer Handschrift, sondern ein Bindeglied zwischen ständiger Erneuerung und künstlerischer Kontinuität.