Es gibt Momente in der Politik, da fühlen sich Gerüchte an wie ein lauwarmer Sommerregen: Sie nieseln über einen hinweg, machen alles ein wenig unübersichtlicher, aber so richtig ernst nimmt sie doch keiner. Genau so etwas musste Boris Rhein jetzt erdulden, als über seine mögliche Kandidatur für das höchste Amt im Staat gemunkelt wurde. Erst ein kurzer Gedanke – dann die klare Zurückweisung.
Unaufgeregte Zurückweisung
„Für mich stellt sich die Frage einer Bundespräsidentschaft gar nicht“, meinte er in einem Gespräch mit der „Bild am Sonntag“. Schon kurios, dass manchmal Nicht-Themen so heiß gekocht werden. Rhein betonte außerdem fast beiläufig, dass er über dieses Thema mit niemandem gesprochen habe – schon gar nicht mit Friedrich Merz, der angeblich persönlich einen Riegel vorgeschoben haben soll. Er fühlt sich durchaus geschmeichelt, in einem Atemzug mit solchen Ämtern zu fallen, aber will schlicht in Wiesbaden bleiben: "Ich bin zufrieden als Ministerpräsident, das will ich bleiben. 2028 führe ich die CDU in die nächste Landtagswahl."
Parteidebatten? Lieber nicht
Ein interessantes Detail: Rhein hat auch keine Ambitionen, sich derzeit in Debatten zu stürzen, wer Kanzler werden kann – oder soll. In Zeiten, in denen Personalquerelen fast zum politischen Ritual gehören, klingt das fast erfrischend. „Wir sollten keine Personalfragen stellen, das führt meistens nur zu Unsicherheit und Unruhe“, meint Rhein. Auf die Rolle von Friedrich Merz in der Partei blickt er gelassen, denn – mal ehrlich – es ist niemandem geholfen, jetzt Kaffeesatz zu lesen. „Wer weiß schon, was 2027 ist?“
Schwerpunkte: Geldbeutel und Energiepreise
Wenn es nach Rhein geht, sollte die Politik sich lieber um das kümmern, was den Menschen im Alltag wirklich auf den Nägeln brennt: die stetig steigenden Kosten für Wohnen, Heizen, Produkte des täglichen Bedarfs. Ihn ärgert besonders die in der politischen Debatte immer wieder aufploppende Zuckersteuer, die seiner Meinung nach eher Betriebe belastet, als irgendwem hilft. Auch die CO2-Abgaben will er loswerden, weil sie seiner Meinung nach das Tanken und Heizen unnötig verteuern.
Klare Ansage für Hessen
Letztendlich erklärt Rhein, dass er sich auf Hessen konzentrieren und seine Partei 2028 erneut in den Wahlkampf führen wird – alles andere sind für ihn Gedankenspiele. Seine politische Agenda bleibt eng mit der Landespolitik verbunden und er widersteht damit auch dem Sog der großen Bundespolitik.
Blick auf die Union
Bemerkenswert ist vielleicht, wie deutlich Rhein seine Ablehnung von neuen Steuern und Abgaben formuliert – das stößt in den Reihen der Union sicherlich auf Zustimmung und Kritik gleichermaßen. Gleichzeitig mahnt er, die Finger von parteiinternen Personaldebatten zu lassen; die Zukunft des CDU-Vorsitzes bleibt damit offen. Die Entscheidung, nicht für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren, dürfte die Spekulationen vorerst beenden – bis die nächsten Namen durch die Flure schwirren.