Zwischenlösung dringend gesucht
Die Pläne der Bundeswehr, sich mehr Flugabwehr für das Heer anzuschaffen, laufen auf interessante Umwege hinaus. Vor Kurzem wurde bekannt, dass man jetzt mit 48 Systemen von Diehl (korrekt: GARMR) den Durchhänger überbrücken möchte, den die verschobene Auslieferung des Skyranger hinterlässt.
GARMR – neue Hoffnung für Drohnen-Abwehr?
In Zahlen sieht das so aus: 24 Fahrzeuge mit klassischer Maschinenkanone, 24 weitere mit so genannten Interceptor-Drohnen. Schnöde Technikbezeichnungen, und doch steckt viel drin: Beobachtung, Radar, dann – fällt die Entscheidung – greift entweder das Geschütz oder die Drohne selbst. Gerade im Hinblick auf das, was die Brigade in Litauen absichern soll, zählt jede Minute. Spätestens Ende 2027 muss alles laufen. Klingt nach bürokratischem Zeitdruck – ist aber strategisch dringend.
Skyranger: Gewünschtes Fahrgestell, ungeliebte Verzögerung
Woran hakt’s bei Rheinmetall? Es ist ein bisschen wie bei einem Bauvorhaben: Sonderwünsche, neue Ideen, womöglich bessere Raketenintegration – und, das darf wohl nicht fehlen, ein anderes Boxer-Fahrgestell. Das alles kostet Zeit. Ein neuer Vertrag (B0-Variante) könnte frühstens November 2026 kommen, Produktion frühestens ab dem zweiten Quartal 2027, Testphase vermutlich erst bis spät ins Jahr 2028 abgeschlossen.
GARMR zwischen Taktik und Übergang
Das GARMR-Konzept ist nicht einfach nur Lückenfüller, sondern stellt in der Bedrohungsanalyse eine eigenständige Antwort auf moderne Drohnenlage dar – nicht zuletzt, weil Abwehrdrohnen gegen Abwurfdrohnen eingesetzt werden können. Sie ergänzen mit präziser Reichweite die klassische Flugabwehr. Für Litauen und die Bundeswehr ergibt sich eine klare Aufgabenliste: rechtzeitige Beschaffung, logistische Einbindung und – das ist oft eine unterschätzte Kleinigkeit – genug Ersatzteile und Nachschub sichern.
Fazit: Doppelgleisige Beschaffung
Was bleibt? Der Skyranger bleibt die langfristige Lösung, wenn er denn endlich ausgereift auf den Hof rollt. Bis dahin fährt GARMR als Vorhut. Hoffentlich pfeilschnell einsatzbereit und ohne sich in endlosen Testschleifen zu verlieren. Manchmal, so scheint’s, ist Pragmatismus schlicht Pflicht.
Zwischenlösung wird notwendig
Die Bundeswehr sieht sich gezwungen, vorübergehend auf 48 Flugabwehrsysteme von Diehl auszuweichen, weil sich die Einführung der langfristig geplanten Skyranger-Einheiten durch technische Anpassungswünsche verzögert. GARMR-Systeme kombinieren Aufklärung und effektive Drohnenbekämpfung und könnten besonders angesichts der Bedrohung durch kleinere Drohnentypen für die in Litauen stationierte Panzerbrigade entscheidend werden. Gleichzeitig zeigt sich, wie groß der Handlungsdruck auf die Bundeswehr ist: Laut aktuellen Artikeln nimmt die Bundesregierung Milliarden in die Hand, um angesichts der Ukraine-Krise die Verteidigungsfähigkeit zu stärken – dennoch ruckelt es weiterhin bei der Umsetzung, u.a. aufgrund von Lieferengpässen bei Rüstungsgütern.