Cum-Ex-Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Vorstand Book eingestellt – keine Anklage

Thomas Book, Vorstand bei der Deutschen Börse, ist nicht mehr im Visier der Staatsanwaltschaft Köln. Das Cum-Ex-Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde offiziell mangels Verdachts und ohne jegliche Auflagen beendet, wie seine Verteidiger am Mittwoch mitteilten.

heute 15:33 Uhr | 2 mal gelesen

Die Nachricht kam fast beiläufig, wie ein Stoßseufzer nach langer Unsicherheit: Die Cum-Ex-Ermittlungen gegen Thomas Book sind zu den Akten gelegt.

Verfahren völlig gegenstandslos

Books Anwälte, Michael Gubitz und Ole-Steffen Lucke, betonten, dass die Kölner Staatsanwaltschaft dem Vorstand der Deutschen Börse nichts vorzuwerfen habe. Grundlage ist Paragraf 170 Absatz 2 StPO – in nüchternen Worten: Kein hinreichender Verdacht, kein Fall. Keine Bedingungen, keine Auflagen, keine heimlichen Deals.

Erste Ermittlungen und Karrierehintergrund

Die Ermittlungen liefen bereits seit 2023. Damals kursierten Spekulationen über Books Zukunft, sogar als möglicher Chef der Deutschen Börse stand er in den Schlagzeilen. Letztlich übernahm aber Stephan Leithner Ende 2024 den Vorsitz – eine Personalie, die im Rückspiegel betrachtet mehr mit den üblichen Dynamiken großer Unternehmen zu tun hatte als mit Gerüchten aus der Cum-Ex-Pandemie.

Juristische Bewertung unklar – aber Wahrheit für Book

Auch wenn der Bundesgerichtshof Cum-Ex-Deals teils als Steuerhinterziehung auffasst, bleibt die Einschätzung jedes Beteiligten mühselig Einzelfallarbeit. Die „große Geschichte“ dieser Börsentricks, bei denen durch geschicktes Zirkulieren von Aktien viele Male Steuern zurückgeholt wurden, ist noch lange nicht zu Ende. Doch für Book ist sie es offenbar schon – zumindest rechtlich.

Was bedeutet das für die Deutsche Börse?

Für das Unternehmen? Da atmet wohl nicht nur Book persönlich auf. Das Ermittlungsrisiko auf Vorstandsebene wäre eine ständige Unsicherheitswolke gewesen. Governance, Image, die alte Debatte um Cum-Ex an sich: All das bleibt die größere Baustelle – die Einstellung des Verfahrens gegen Book ändert an der komplexen Gesamtlage wenig. Aber für seinen Stuhl im Vorstand? Der wackelt jetzt erstmal nicht.

Verfahren gegen Book ohne Auflagen beendet

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat am 15. September das Verfahren gegen Deutsche-Börse-Vorstand Thomas Book mangels ausreichenden Tatverdachts vollständig eingestellt. Dies erfolgte ohne weitere Bedingungen, womit Book weiterhin im Vorstand bleibt und der Konzern vorerst aufatmen kann. Cum-Ex-Geschäfte bleiben trotz einzelner abgeschlossener Ermittlungen ein zentrales Thema deutscher Wirtschaftskriminalität, wie aktuelle Prozesse etwa gegen andere Finanzakteure zeigen.

Aktuelle Entwicklungen aus der Presse

In den vergangenen 48 Stunden gab es mehrere längere Artikel zu verwandten Themen: Laut Quelle: FAZ diskutieren Abgeordnete im Lichte neuer Gerichtsentscheidungen über die Konsequenzen für Aufsicht und Gesetzgebung im Finanzsektor; laut Quelle: DIE ZEIT steht die Aufarbeitung bei weiteren Großbanken noch bevor, wobei Ermittlungsfortschritte wie im Fall Book eher die Ausnahme als die Regel seien; und Quelle: Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Bundesgerichtshof erneut bestätigt hat, dass bei Cum-Ex-Geschäften längst nicht alle Tatverdachtslagen klar bewiesen sind und zahlreiche individuelle Verfahren noch Jahre dauern dürften.

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