Ein genauerer Blick in Richtung EU: Dorthin gingen im Mai 78,3 Milliarden Euro aus Deutschland raus, hereinkam mit 59,5 Milliarden Euro aber weniger als noch im April (Exporte -1,1 %, Importe -2,5 %). Die Eurozone-Exporte sackten ganz leicht ab (-0,5 % auf 54,6 Mrd.), Importe gaben noch stärker nach (-4,3 % auf 39,9 Mrd.). Was außerhalb der Eurozone passierte, ist fast ein mathematischer Eierlauf: Exporte -2,4 %, Importe +1,6 % – hier scheint das Auf und Ab noch ein gutes Stück dynamischer.
Und die Welt jenseits der EU? Dorthin zog es im Mai 59,6 Milliarden Euro deutscher Waren (3,6 % mehr als im April). Importseitig war's weniger rosig: 59,4 Milliarden Euro, das heißt, Rückgang von 2,6 %.
Was wäre die deutsche Exportbilanz ohne die USA? Tatsächlich gingen im Mai 14,1 Milliarden Euro rüber – satte 23,1 % mehr als im April, im Jahresvergleich sogar +15,4 %. Ins Vereinigte Königreich ging's recht konstant, aber immerhin kleines Plus, nach China schoss der Export um beachtliche 7,1 % nach oben.
Interessant übrigens: Chinesische Produkte (15,1 Mrd.) bleiben Toptitel bei den deutschen Importen, trotz leichtem Rückgang (-2 %). US-Importe hingegen sprangen auf 9,5 Milliarden (+11,5 %). Die Briten wiederum steigerten kräftig, um satte 14,5 %.
Spannend, was unbereinigt herauskommt: Da sanken die Exporte im Jahresvergleich leicht (-0,8 %), Importe stiegen nominell (+1,6 %). Saldo der Außenhandelsbilanz: 15,6 Mrd. Euro. Verglichen mit Mai 2025 (wo es noch 18,4 Mrd. waren), ist das ein Rücksetzer.
Unterm Strich kann man sagen: Deutschlands Exportwirtschaft schafft es erneut, kräftige Signale zu senden, auch wenn die Entwicklungen regional unterschiedlich ausfallen und die Werte, je nach Berechnungsmethode, divergieren. Die USA bleiben aus deutscher Sicht der wichtigste Zielmarkt, während China weiterhin als unersetzbarer Importpartner gilt, trotz kleiner Delle. Mehrere aktuelle Wirtschaftskommentare heben hervor, dass die geopolitische Unsicherheit – Stichwort Zölle, Lieferketten und Energiepreise – derzeit für erstaunlich robuste Handelsdaten sorgt, allerdings mittelfristig durchaus für Turbulenzen im internationalen Geschäft sorgen könnte. So war in der „FAZ“ zu lesen, dass die Diskrepanz zwischen Wachstum der Ausfuhr in Drittländer und Stagnation innerhalb Europas auf unterschiedliche Nachfragestrukturen und Währungseffekte hindeutet. Zudem mehren sich Stimmen, die auf einen möglichen Rückprall nach Phase der Erholung deuten: So melden einige Branchen (Maschinenbau etwa), dass kurzfristige Auftragsschübe nach pandemiebedingten Verzögerungen Ausreißer nach oben erklären könnten – ein nachhaltiger Trend ist aktuell schwer sicher einzuordnen.