Der Abend roch nach Neuanfang – und tatsächlich präsentierte sich das DFB-Team am dritten Spieltag der UEFA Nations League gegen Serbien überraschend geschlossen. 2:0 hieß es am Ende, ein Resultat, das zugleich befreite und Fragen offenließ.
Bischof nutzt den Moment
Es ist die 39. Minute, die im Gedächtnis bleibt: Wirtz tänzelt im serbischen Sechzehner, irgendwie hat er plötzlich den Raum, den er braucht. Der Ball landet über Umwege an Bischofs Füßen, und obwohl Zeit fast stillzustehen scheint, donnert der junge Mann die Kugel energisch unter die Latte. Solche Szenen entstehen selten aus dem Lehrbuch. Hier war mehr Mut als Routine im Spiel.
Wirtz besiegelt Deutschlands Glück
Nach dem Seitenwechsel dann dieser Moment, in dem alle etwas den Atem anhalten: Mittelstädt flitzt links die Linie lang, legt quer. Wirtz, sowieso heute der Dreh- und Angelpunkt, schnappt sich das Leder und schiebt es – fast beiläufig – ins rechte Eck. Kurz denkt man: Geht das nicht zu einfach? Offenbar nicht, denn die deutsche Offensive präsentierte sich an diesem Abend mit einer Reife, die in den letzten Partien selten war.
2:0, ein Spielstand, der sitzt. Zumal Serbien zuvor kaum ein Bein an den Boden bekam. Die Gruppensituation? Vorher düster, jetzt zumindest ein wenig heller. Denn nach einem verhaltenen Start in die Gruppenphase – das niederländische Remis, die Niederlage gegen Griechenland – zeigt sich, wie wichtig ein solcher Befreiungsschlag ist.
Jürgen Klopp und das noch junge Team
Drittes Spiel unter Neu-Trainer Klopp – und erstmals scheint das Team seinen Rhythmus zu finden. Wirtz, ohnehin von vielen als Hoffnungsträger beäugt, unterstreicht mit seinem Auftritt seine Bedeutung für die DFB-Auswahl. Auch Bischof nutzt seine Chance, eine, wie sie sich nicht oft ergibt.
Doch bei all der Euphorie bleibt ein gewisser Restzweifel: War das der zwingende Durchbruch oder nur ein günstiges Zwischenhoch? Die nächsten Begegnungen werden es zeigen – denn unter der Oberfläche bleibt Baustelle genug.
Blick auf die Tabelle
Mit dem Sieg bleibt Deutschland weiterhin im Rennen um die Gruppenführung. Es geht um nicht weniger als die Qualifikation fürs Viertelfinale der Nations League; alles andere ist Zitterpartie. Gleichzeitig sieht man: Das Team kann auch mit personellen Rotationen funktionieren – ein Hoffnungsschimmer in Richtung Zukunft, aber kein Freifahrtschein für sorglose Tage.
Deutschlands 2:0-Erfolg über Serbien in der Nations League ließ besonders Florian Wirtz glänzen, der nach dem Seitenwechsel dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Tom Bischofs Führungstreffer kurz vor der Pause war das Ergebnis intensiver Vorarbeit von Wirtz, während das generell junge Team unter Klopp zum ersten Mal sichtbar Struktur und Spielfreude zeigte. Mit diesem Sieg verschaffen sich die Deutschen Luft in ihrer Gruppe, doch die kommenden Spiele werden zeigen, ob der Aufschwung nachhaltig ist oder lediglich ein kurzer Hoffnungsschimmer bleibt.
Aktuelle Recherchen aus deutschen Nachrichtenportalen zeigen: Während die taz über mangelnde Offensivideen bei anderen europäischen Teams berichtet, hebt die Süddeutsche hervor, dass Deutschlands Problemzone zuletzt im Sturm lag – der Sieg gegen Serbien aber Hoffnung weckt, dass dieser Knoten gelöst wurde. Die FAZ beleuchtet außerdem, dass Bundestrainer Klopp subtil seine Handschrift einbringt, insbesondere durch mutige Aufstellungen und variable Taktik (Quellenangaben: siehe Erweiterung).
In einem weiteren aktuellen Artikel bei ZEIT ONLINE wird diskutiert, wie die Nations League als Gesamtwettbewerb an Bedeutung gewonnen hat und welche Rolle junge Spieler wie Bischof und Wirtz für die Identitätsstiftung in der Nationalmannschaft spielen (Quellenangaben: siehe Erweiterung). Insgesamt zeigt sich, dass das deutsche Team mit frischer Dynamik, wenn auch noch nicht frei von Unsicherheiten, im europäischen Vergleich konkurrenzfähig bleibt.