Immer wieder kommt die Debatte hoch – mehr Malochen, Feiertage streichen, Beiträge in Krankenversicherungen kürzen. Yasmin Fahimi hält dagegen. Im 'Interview der Woche' mit dem ARD-Hauptstadtstudio ließ sie Unmut über diese Vorschläge mitschwingen. "Das addiert sich hinten und vorne nicht", bemerkt sie sichtlich genervt. Während Monat um Monat Arbeitsplätze wegbrechen, Wachstumsimpulse ausbleiben und trotz etwa einer Million offener Jobs drei Millionen Menschen ohne Arbeit dastehen, irritiere sie, dass ausgerechnet dieses Wirtschaftsklima nun als Grund herhalten müsse, noch mehr zu schuften. Die Kernfrage laute für Fahimi: 'Wo bleibt eigentlich die kluge Strategie aus Berlin?' Nach gut einem Jahr Regierung sehe sie vor allem Stillstand, leider wenig Innovationsförderung oder gar spürbare Planungssicherheit für Unternehmen oder Beschäftigte. Stattdessen dominiere ein alter Marktglaube: Der Markt regele das schon – eine Erzählung, der Fahimi nach eigenem Bekunden nichts abgewinnen kann. Reformen, die möglichst wehtun sollen, seien aus ihrer Sicht ein Irrweg – und schlimmer noch: "Unfug!" Ganz konkret stört sie sich an der Fokussierung aktueller Krankenkassenreformen allein auf Kostendämpfung. Was wirklich gebraucht werde? Mut zu Struktur- und Effizienzreformen und endlich ein hartes Vorgehen gegen Profiteure im System. Den angekündigten Änderungen in der Steuerpolitik begegnet sie mit vorsichtiger Hoffnung: Ja zur steuerlichen Entlastung für die breite Bevölkerung, aber bitte kein pauschales Steuergeschenk für Unternehmen – vor allem, weil Branchen unterschiedlich von der Krise betroffen seien. Die jüngste Gastronomie-Steuersenkung sieht Fahimi kritisch: Fastfood-Großketten als Krisengewinner zu fördern – für sie unverständlich. Sie fordert von der Bundesregierung gezieltere und gerechtere wirtschaftspolitische Antworten.
Yasmin Fahimi kritisiert die Bundesregierung, vor allem wegen fehlender klarer Strategien in der Wirtschafts- und Industriepolitik. Sie äußert Skepsis gegenüber Vorschlägen wie Arbeitszeitverlängerung oder dem Streichen von Feiertagen, da diese Maßnahmen das eigentliche Problem – die anhaltende Wachstumsschwäche und zunehmende Arbeitsplatzverluste – nicht lösen. Vielmehr fordert sie tiefgreifende Strukturreformen, eine gerechte Steuerpolitik und ein Ende von pauschalen Unternehmensentlastungen.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass sich die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft weiter zuspitzt; Fachleute wie das ifo-Institut warnen vor einer Rezession (Quelle: Spiegel). Zudem gibt es wachsenden Druck auf die Bundesregierung, Investitionsanreize und Klimaschutz besser miteinander zu verzahnen, um den Strukturwandel zu bewältigen (Quelle: FAZ). Auch Gewerkschaften fordern verstärkt Arbeitnehmerrechte und mehr Tarifbindung, um den Wandel sozial abzufedern (Quelle: Zeit).