Manchmal stolpert man fast über die Fragen: Was bringt es eigentlich, an mehreren europäischen Unis zu studieren? Die E³UDRES²-Allianz, koordiniert von der FH St. Pölten, hat nicht nur eine Antwort darauf – sie liefert mit zwei frisch gestarteten Joint-Master-Programmen auch gleich Tatsachen. Insgesamt 36 Studierende aus 23 Ländern stecken seit September in den neuen Studien: Im GRACE-Programm (Applied XR: Gamified Reality Applications for Real-world Challenges and Experiences) starten 21, im Digital-Health-Master (Citizen-Centered Digital Health and Social Care) weitere 15 Köpfe.
Das Prinzip? Nicht einfach irgendwo eingeschrieben sitzen, sondern tatsächlich an mehreren Hochschulen lernen, leben, diskutieren – und das alles in internationalen Gruppen. Die Programme tauschen dabei nicht bloß E-Mails unter Professoren aus, sondern schreiben sich als vollständige Kooperationsstudiengänge quer zwischen Österreich, Finnland, Niederlande und Lettland ein. Das klingt ein bisschen nach Europäischem Traum: Im Digital-Health-Master etwa touren die Studierenden von der USTP über die Saxion in die JAMK, für die Spezialisierung im letzten Semester wählt man einen der Partner. GRACE, das XR-Programm, führt nach St. Pölten auch noch an die Vidzeme University in Lettland und Saxion in den Niederlanden – Extended Reality, Gamification und Praxisprojekte inklusive.
In beiden Fällen sitzt der Wechsel zwischen verschiedenen Hochschulen fest im Stundenplan. Die Joint-Master-Studiengänge umfassen jeweils vier Semester (120 ECTS), die Unterrichtssprache ist Englisch. Es soll aber nicht bei diesen beiden Programmen bleiben. Die ersten Erfahrungen fließen nun in das gesamte künftige Bildungsangebot der E³UDRES²-Allianz ein – mit dem Ziel, europäische Studienmöglichkeiten noch unkomplizierter, vielseitiger und vernetzter zu gestalten. Wer jetzt neugierig ist: Mehr Infos gibt es auf den Websites der FH St. Pölten und der Allianz selbst.
Mit den beiden neuen Joint-Masterprogrammen im Bereich Digitale Gesundheit und Extended Reality realisiert die E³UDRES²-Allianz erstmals vollständig gemeinsam entwickelte und verantwortete Studiengänge. Das Modell setzt Maßstäbe für die Internationalisierung: Studierende wechseln zwischen Partneruniversitäten und arbeiten in interdisziplinären, multikulturellen Teams an praxisnahen Projekten, etwa für Gesundheitsversorgung oder digitale Bildungsanwendungen. Die Hochschulallianz plant darauf aufbauend weitere gemeinsame Bildungsprogramme und will damit den Grundstein für ein grenzüberschreitendes, zukunftsfähiges Studienangebot legen.
Erweiterte Details (Internet-Recherche, Stand: heute):
- Trotz bereits etablierter Erasmus-Programme gilt dieser Schritt als bemerkenswerter Fortschritt, weil die Europäische Kommission mit Netzwerken wie E³UDRES² auf Langfristigkeit, strukturelle Vernetzung und gemeinsame Absolventenabschlüsse abzielt.
- Laut taz berichten einige Teilnehmer von Herausforderungen etwa bei der Anerkennung von Leistungsnachweisen zwischen den Ländern oder bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum, loben aber den praktischen Zugewinn an Fach- und interkultureller Kompetenz.
- Experten schätzen, dass solche Allianzen mittelfristig zu einer europäischen Hochschullandschaft führen könnten, die echten Austausch und flexibles Studium nach Interessen – nicht mehr nach nationalen Grenzen – ermöglicht.
- Ähnliche Initiativen, etwa der European Campus der Universitäten Freiburg, Basel, Strasbourg und Haute-Alsace, laufen parallel und zeigen, wie stark das Thema politisch wie gesellschaftlich forciert wird.