Kaum ein anderer Fußballfunktionär hat in letzter Zeit so polarisiert wie Gianni Infantino – und erneut steht der FIFA-Boss im Rampenlicht. Jetzt, da der Deal um milliardenschwere Investoren abgesagt wurde, schlägt Infantino eine unabhängige Prüfung der Entscheidungsarchitektur des Weltverbandes vor.
Kontrollsysteme auf dem Prüfstand
In seinem Rundschreiben an Mitglieder und Funktionäre räumt Infantino ein, dass der gescheiterte Versuch, einen Teil der kommerziellen FIFA-Rechte zu versilbern, tiefgreifende Fragen aufgeworfen hat. Er wolle deshalb eine externe Untersuchung der derzeitigen Kontrollstrukturen prüfen lassen – nicht nur als symbolisches Feigenblatt, sondern um tatsächlich Unsicherheiten bei Befugnissen, Transparenz und Rechenschaftspflicht auszuräumen.
Wer zieht bei der FIFA eigentlich die Fäden?
Infantino will unter anderem herausfinden lassen, wie Verantwortlichkeiten für strategische Großentscheidungen wirklich verteilt sind. Nicht zum ersten Mal: Die FIFA-Geschichte ist gepflastert mit Debatten um Einfluss und Macht – manchmal hat man das Gefühl, die eigentliche Spannung ist weniger auf dem Feld als in den Hinterzimmern. Dass kommerzielle Rechte die wirtschaftliche Lebensader der FIFA bilden, macht das Thema nur noch brisanter.
Der Investoren-Deal – ein Rohrkrepierer mit Signalwirkung
Kurzer Rückblick: Im Sommer wurde eine geplante Abgabe von 20 Prozent der Vermarktungsrechte an Finanzinvestoren zurückgezogen – nach viel Protest und klaren Worten aus den Mitgliedsverbänden. Infantinos Erklärung: Der Plan wurde ohnehin nie vollumfänglich kommuniziert. Kritische Stimmen vermuten, dass er die Wogen glätten will, bevor offen über Machtfragen diskutiert wird.
Ein Hauch von Aufbruch, aber skeptische Blicke
Für die Verbände steht viel auf dem Spiel. Setzt sich die externe Prüfung durch, könnten Entscheidungsprozesse offener und breiter aufgestellt werden – und der Einfluss der Präsidenten gestärkt. Vielleicht, denkt man, ist das alles aber auch nur ein Versuch der FIFA-Führung, das Heft des Handelns in der Hand zu behalten, während der Wind heftiger bläst.
Transparenz als Dauerbrenner
Irgendwie scheint es immer wieder dasselbe Lied zu sein: Wenn Vermarkter und Funktionäre zu eng wandern, kommt sofort Misstrauen auf. Infantinos Vorschlag könnte ein Schritt in Richtung Regeneration des Vertrauens sein. Oder doch nur kosmetische Korrektur? Endgültige Antworten bleiben abzuwarten – Reformen bei der FIFA laufen selten geradlinig.