Güntzler hebt die Bedeutung einer partnerschaftlichen Abstimmung zwischen Bund und Ländern bei der Steuerreform hervor, schließlich betrifft die Einkommensteuer beide Seiten unmittelbar – sowohl bei den Einnahmen als auch bei der Gestaltungsspielräume. Das Thema wird gerade zunehmend kontrovers diskutiert: Während die Regierungsparteien auf schnelle Entlastungen drängen, mahnen einige Landesvertreter vor allzu schnellen Eingriffen warnend, weil damit auch die Länderhaushalte ins Wanken geraten könnten. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass laut aktuellen Meldungen (vgl. Tagesspiegel und FAZ) mehrere Länder eigene Forderungen nach Ausgleichszahlungen anmelden, sollten ihnen durch die Reform signifikante Einnahmen entgehen. Recherchiert man aktuelle Entwicklungen, zeichnet sich folgendes Bild ab: Die Steuerpolitik steht nicht nur unter dem Druck kurzfristiger Bedürfnisse (wie etwa die Linderung der Inflation), sondern auch langfristiger Fragen wie der finanziellen Zukunft der Sozialkassen. Zudem fordern Wirtschaftsverbände und auch der Mittelstand spürbare Entlastungen. All dies macht die kommenden Gespräche zu einem politischen Kraftakt, bei dem die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten gefordert sein wird.