Der 32-jährige Hauke Wahl packt seine Koffer und heuert beim VfL Wolfsburg an, wie St. Pauli am Montag in eher nüchternen Worten verlauten ließ. Über die Höhe der Ablöse hüllen sich beide Clubs in charmantes Schweigen – so ein typischer Transfer-Deal halt. Wahl, ursprünglich aus Hamburg und erst zur letzten Saison frisch von Holstein Kiel zu den Braun-Weißen gestoßen, avancierte rasant zum Schlüsselspieler und Antreiber der Defensive. Gemeinsam mit ihm gelang dem Kultclub der Sprung in die Bundesliga, dem zwei nervenaufreibende, aber auch stolze Jahre im Oberhaus folgten. Und dann – ausgerechnet nach dem Absturz zurück in Liga 2 – geht’s für Wahl weiter. Insgesamt stand der Verteidiger in 105 Pflichtspielen auf dem Platz, traf selbst viermal und steuerte auch mal eine Vorlage bei.
Sportlicher Leiter Andreas Bornemann fand warme Worte für seinen Innenverteidiger – mit einer ehrlichen Mischung aus Stolz und Wehmut: 'Hauke war einer der tragenden Köpfe unseres Erfolgs. Wir schätzten seine Zuverlässigkeit immer sehr und hätten ihn liebend gerne gehalten.' Etwas melancholisch klingt auch Wahls Rückblick – er spricht vom erfüllten Bundesliga-Traum, besonderen Erlebnissen auf und neben dem Feld, und einer tiefen Verbundenheit zu Verein und Fans: 'Das, was St. Pauli einzigartig macht, bleibt für mich unvergessen.'
Man fragt sich fast unwillkürlich, wie viel nachhallende Geschichten diese Wechsel im Fußball wirklich hinterlassen. Hin und wieder schwingt in solchen Abschiedsbotschaften eine subtile Traurigkeit mit, ganz egal wie sportlich alles gerahmt ist. Bei St. Pauli wie Wolfsburg bleibt nun viel Raum für neue Geschichten.
Hauke Wahl, Jahrgang 1992 und gebürtig aus Hamburg, kehrt dem FC St. Pauli nach nur einer Saison bereits den Rücken und schließt sich dem Bundesliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg an. Obwohl sich die Vereine über die Transfersumme bedeckt halten, würdigen sowohl Vereinsführung als auch der Spieler selbst Wahls Beitrag zur jüngsten Erfolgsgeschichte St. Paulis – vor allem dem Aufstieg ins Oberhaus und seinem Status als Leader. In aktuellen Berichterstattungen wird zudem betont, dass der Transfer Teil einer ganzen Welle von Sommerwechseln bei den Norddeutschen ist – ein Umbruch steht bevor. Bemerkenswert: Wolfsburg sucht in der Defensive nach mehr Stabilität, und Wahl mit seiner Erfahrung aus über 200 Spielen in den deutschen Profiligen könnte dafür der richtige Baustein sein. Im direkten Umfeld der Clubs gibt es Stimmen, die skeptisch sind, ob der Wechsel für beide Seiten wirklich ein Schritt nach vorn ist – einige Fans zeigen sich enttäuscht vom schnellen Auseinandergehen nach nur kurzer Zeit, andere hoffen, dass frisches Personal dem Kiezclub neue Impulse verschafft.