Hoffenheim startet mutig ins Heimspiel
Gerade losgelegt – schon macht sich bei den Fans dieser typische Hoffnungsschimmer breit. Hoffenheim legt energisch los, man spürt fast den Willen, direkt ein Zeichen zu setzen. Dass Machida gleich zu Anfang per Kopf am Aluminium scheitert, das passt vielleicht sogar zum TSG-Phlegma der letzten Wochen.
Taktische Umstellungen und verpasste Gelegenheiten
Die Gäste aus Istanbul agieren zunächst abwartend. Klar, das Tempo wechselt. Adam Hlozek sieht in der 20. Minute eigentlich schon wie der gefeierte Schütze aus, aber wieder ist's nicht mehr als ein zu hastig abgeschlossener Abschluss. Irgendwo zwischen Nervosität und Pech spielt sich das ab.
Besiktas kommt schwungvoll aus der Kabine
Die zweite Hälfte? Ein ganz anderes Bild. Besiktas schaltet hoch. Sie drehen auf, als hätten sie irgendwas in der Kabine gelassen, das sie abholen müssen. Murillo vollstreckt nach einem schnellen Seitenwechsel trocken zum 0:1.
Das weckt bei Hoffenheim nochmal Frische. Fisnik Asllani schiebt nach Lemperle-Pass sehenswert ein – der Ausgleich ist verdient, keine Frage.
Oh! Zwei Mal ins TSG-Herz
Doch die Antwort kommt prompt und, um ehrlich zu sein, ziemlich gnadenlos. Hyeon-gyu Oh taucht zweimal mustergültig vor dem Hoffenheimer Kasten auf – erst nach blitzschnellem Angriffsspiel, dann nach einer Flanke von Fakili. Der Drops ist... na ja, fast gelutscht.
Machida stochert zwar in der 87. Minute noch einen Ball zum 2:3 hinein. Mehr als ein letzter Energiestoß ist das aber nicht mehr. Man merkt förmlich, wie Hoffenheim nochmal alles reinwerfen will – aber am Ende steht da eben nur diese bittere Erkenntnis.
Lehren und verpasste Chancen
Zu oft in jüngerer Zeit verschenkt Hoffenheim den Anfangsschwung. Die wenigen klaren Torchancen zu Beginn verpuffen, danach fehlt hinten die Souveränität und vorne der Killerinstinkt. Vielleicht fehlt auch ein bisschen der Glaube, nach einem Rückschlag das Spiel nochmal komplett umzudrehen?
Besiktas dagegen spult nach der Pause ein eiskaltes, durchdachtes Umschaltspiel ab. So fallen die zwei späten Treffer und Hoffenheim steht plötzlich mit leeren Händen da – trotz aller Bemühungen.
Wichtige Punkte im europäischen Rennen vergeben
Hoffenheim bleibt nach der Niederlage gegen Besiktas vorerst klar hinter den eigenen Erwartungen zurück und muss im eng getakteten Gruppenrennen um die K.o.-Plätze jetzt zulegen. Die maue Chancenverwertung bei eigenem Anstoß und die Defensivprobleme nach schnellen türkischen Angriffen stehen sinnbildlich für die aktuelle Formdelle der Kraichgauer.
In vielen Medien wurden vor allem die individuellen Fehler in der Rückwärtsbewegung und die oft zu hektisch vorgetragenen Hoffenheimer Angriffe hervorgehoben. Mancher Kommentator sieht darin Parallelen zu vorigen Europapokal-Auftritten der TSG: Vielversprechender Start, unglückliche Wendung, letztlich fehlende Abgezocktheit. Wer weiß, vielleicht baut Trainer Pellegrino Matarazzo nun auf eine bessere Balance zwischen Risiko und Absicherung – andernfalls könnten die internationalen Möglichkeiten schnell verspielt sein.
Nach meiner Internetrecherche zum Thema fand ich zudem heraus, dass das Aufeinandertreffen als richtungsweisend für die weitere Gruppenphase gilt. In mehreren Analysen wird dabei wiederholt die Leistungssteigerung bei Besiktas hervorgehoben, vor allem im Hinblick auf den Kopf der Mannschaft nach Rückständen. Ungeachtet dessen war das Spiel offensichtlich ein Paradebeispiel dafür, wie schnell Wendungen im europäischen Wettbewerb kommen können.