Ifo-Prognose: Deutschland dümpelt 2026 mit 0,8 Prozent Wachstum dahin

Das Münchener Ifo-Institut sieht die deutsche Wirtschaft in einer Zwickmühle. Für das laufende Jahr und auch für 2026 erwarten die Ökonomen ein mageres Wachstum von 0,8 Prozent, was einer Art kleinen Verschnaufpause mitten im Sturm gleicht.

heute 10:32 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal fühlt sich alles ein bisschen wie Stillstand an – und genau das zeichnet das Ifo-Institut für die nächsten Jahre für Deutschland. Laut Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturforschung, zieht die teure Energie aus dem Nahen Osten weiter Energie aus der Konjunktur. Klingt fast, als versuche Deutschland, sich mit einer ziemlich geplünderten Batterie ins nächste Jahr zu retten. Während die Politik mehr ausgibt – für Infrastruktur, Klimaschutz und Rüstung – machen die hohen Importkosten für Energie den Aufschwung mit einem Bremsklotz zunichte. Per Saldo kommt kaum mehr als Stagnation dabei heraus, zumal die Erholung, die letztes Jahr mühsam Fahrt aufgenommen hatte, jetzt erstmal pausiert. Die Hoffnung bleibt: Ab Herbst 2026 könnte ein neues Aufleben beginnen – zumindest, falls sich die Lage im Nahen Osten tatsächlich entspannt. Andernfalls droht die nächste Welle Inflation, die die Taschen der Bürger weiter leert – inzwischen wird 2026 schon mit knapp 3 Prozent Teuerung gerechnet. Das Wachstum fühlt sich teuer erkauft an: Der Staatshaushalt bekommt tiefe Löcher, neue Schulden türmen sich, und die Bürger spüren einen Wohlstandsverlust von rund 34 Milliarden Euro durch Importpreise – ein dicker Brocken. Auch langfristig klingt das alles nicht gerade nach Aufbruchsgeist: Der demografische Wandel und die lahme Produktivität lassen das größere Wachstum nur erahnen. Wenn der Staat nicht ordentlich umbaut, wird aus der kurzfristigen Stabilisierung keine langfristige Dynamik. Immer bleibt das Damoklesschwert einer neuen Nahost-Eskalation am Horizont: Läuft dort wieder alles schief, könnte das deutsche Wirtschaftsnarrativ noch düsterer ausfallen.

Das Ifo-Institut sieht für die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren bestenfalls eine zähe Erholung, gebremst durch Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Schwächen wie Alterung der Bevölkerung und geringe Produktivitätsfortschritte. Besonders kritisch wird die Staatsfinanzierung betrachtet, die durch schuldenfinanzierte Wachstumsimpulse kurzfristig stabilisiert, langfristig aber problematisch werden könnte – eine echte Reformoffensive bleibt laut Experten aus. Frische Analysen aus den vergangenen Tagen bestätigen das Bild: Deutschland bleibt unter den Schwellen seines wirtschaftlichen Potenzials; Unsicherheiten im Nahen Osten sowie das spürbare Ausbleiben von mutigen wirtschaftspolitischen Schritten erhöhen den Druck auf Staat und Gesellschaft. Über die aktuelle Prognose hinaus weisen neue Berichte darauf hin, dass auch die Industrieproduktion schwächelt und die Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland nachhinkt, was die Erholung zusätzlich verzögert. Die Hoffnung ruht auf einer wiederkehrenden geopolitischen Stabilität und niedrigeren Energiepreisen – allerdings bleibt die Lage offen, und die Risiken sind klar benannt.

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