KfW fordert Neustart für Deutschlands Innovationskraft

Stefan Wintels, Chef der KfW, will mit einer mutigen Agenda Deutschlands Wirtschaft fit für die Zukunft machen – und mehr Mut zu Investitionen und Experimenten.

heute 16:00 Uhr | 2 mal gelesen

So, wie es gerade läuft, wird Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit nicht von selbst bestehen bleiben – so die Einschätzung von Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der Kreditanstalt für Wiederaufbau. In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt (erschienen am Mittwoch) mahnt er: Ein nachhaltiges Fundament und ein entschlossener Investitionsplan sind nötig, um in der globalen Arena nicht abgehängt zu werden. Die Zeit dränge – besonders müsse Kapital aktiviert und das Innovationsökosystem verstärkt werden, mit Tempo und Weitblick. Neben fiskalischen Anreizen schlägt Wintels vor, die hiesige Innovationsinfrastruktur so zu trimmen, dass Ideen nicht im Forschungsstadium hängen bleiben, sondern tatsächlich zur Gründung und zum Wachstum von Unternehmen führen. Die sogenannte WIN-Initiative, vor kurzem gestartet, nehme hierbei eine Schlüsselrolle ein: systematische Kapitalförderung etwa, bessere Bedingungen für Investitionsfonds und stärkere Verbindungen zwischen Hochschulen, Investoren und der Wirtschaft. Aber das sei längst nicht alles: Europa müsse weg von Kleinklein, hin zu größen Growth-Fonds, und auch regulatorisch offener gegenüber institutionellen Investoren werden. Gerade die Lücke zu den USA – was Finanzierungsmöglichkeiten und Investitionsbereitschaft betrifft – schließe sich sonst nicht einfach nebenbei.

Die Diskussion um Deutschlands Innovationsfähigkeit ist kein Selbstzweck – tatsächlich kommt sie zur rechten Zeit: Nach Jahren des Sparkurses wird der Nachholbedarf in Sachen Investitionen immer offensichtlicher, gerade im internationalen Vergleich mit den forschungsstarken USA oder China. Wintels' Forderung nach verbindlichen Rahmenbedingungen und handfester Investitionsbereitschaft stößt dabei auf offene Ohren, gerade bei Investoren, die mehr Spielräume und weniger Bürokratie fordern. Ergänzt wird dies durch aktuelle Stimmen aus der Wirtschaft, die ähnlich argumentieren und betonen, dass ohne ausreichend Risikokapital junge Unternehmen nach wenigen Jahren wieder verschwinden, statt zu wachsen. Neue Zahlen zeigen zudem: Trotz ambitionierter Regierungsziele investiert Deutschland nach wie vor zu wenig in Startups und Zukunftstechnologien. Die WIN-Initiative bringt zwar Bewegung in den Markt, doch viele Gründerinnen und Gründer mahnen anhaltende Hürden bei der Verfügbarmachung und Nutzung des bereitgestellten Kapitals an. Parallel dazu gibt es Bestrebungen für größere Fondsstrukturen auf EU-Ebene, um gemeinsam besser mit den USA Schritt zu halten, wie etwa im aktuellen EU-weiten „Scale-up Europe“-Paket deutlich wird. (Quellen: t3n.de, FAZ.net, Zeit.de, Stand: 16.05.2024)

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