Statt in der klassischen Kommentarspalte einzeln Kommentare zu posten, steht bei diesem Experiment der offene Dialog im Mittelpunkt. Die Gespräche sollen nicht ausufern, sondern konstruktiv auf Spur bleiben – auch durch intensive Moderator:innen-Begleitung. So entstehen digitale Chaträume, in denen Respekt kein Lippenbekenntnis ist, sondern eingefordert wird. Interessanter Nebeneffekt: Logo! und KiKA gewinnen dank des aktiven Community-Feedbacks ständig neue Impulse für Content-Gestaltung und Formate.
Mitreden erlaubt: Kinder befragen Christoph Kramer
Doch damit nicht genug – auch die eigene Stimme zählt: Wer sich traut, kann Interviewfragen einreichen, so wie vor Kurzem für den Ex-Nationalspieler und ZDF-Fußballexperten Christoph Kramer. Im Rahmen der Sendung, zu sehen bei KiKA am 25. Juni 2026, liefern die Preteens ihre eigenen Fragen. Das Interview gibt's zudem online zum Nachschauen. Abgestimmt, gefragt und kommentiert werden kann im Bereich zur Fußball-WM 2026 auf logo.de sowie im Mach mit!-Bereich auf kika.de. Schon jetzt ist der Zuspruch beachtlich – und das Projekt macht offenbar Spaß.
Der Rollout der PSI-Tools ist vorerst noch ein Probelauf, den das Redaktionsteam gründlich auswerten wird – aber ein wichtiger Schritt.
Was steckt hinter dem Public Spaces Incubator (PSI)?
Der Public Spaces Incubator will lebendige Diskussionsräume im Netz schaffen – öffentlich, sicher, transparent. Die Initiative, die 2023 vom ZDF mit internationalen Medienpartnern wie CBC/Radio Canada, RTBF und der Schweizer SRG SSR gestartet wurde, arbeitet an neuen Wegen für digitalen Meinungsaustausch. Seit Herbst 2024 sind die ARD, ABC (Australien) und ARTE mit im Boot.
Das Ziel ist klar: Durch innovative Technik sollen Nutzer:innen auf digitalen ZDF-Plattformen angstfrei, inklusiv und geschützt diskutieren können. In Zeiten, in denen Online-Kommentare oft zum Spießrutenlauf werden, setzt PSI auf respektvolle Debattenkultur. Damit wendet sich das ZDF explizit gegen Hass und Ausgrenzung in sozialen Medien und sucht Alternativen für Austausch auf Augenhöhe.
Das gemeinsame Dialog-Experiment von logo! und KiKA zur Männer-Fußball-WM bringt Kindern die Möglichkeit, digitale Diskussionskultur zu erleben. Das Moderationsteam verstärkt die Sicherheit und unterstützt eine respektvolle, transparente Atmosphäre, was in Zeiten toxischer Netzdebatten ein innovativer Ansatz ist. Neuere Berichte zeigen, dass digitale Beteiligungsformate zunehmend gefragt sind, nicht nur bei Kindern – die Möglichkeit zur Mitgestaltung interaktiver Inhalte ist ein Trend, der auch bei internationalen Medienhäusern wie dem Schweizer Fernsehen oder CBC/Radio Canada beobachtet wird. Die PSI-Tools, entwickelt im Rahmen eines länderübergreifenden Forschungsprojektes, zielen darauf ab, plattformübergreifende, demokratisch strukturierte und sozial verträgliche Online-Debatten zu ermöglichen. Besonders im Kontext großer Sportereignisse wie der WM werden solche partizipativen Angebote gerne angenommen. Ergänzend betonen aktuelle Artikel aus der deutschen Medienlandschaft, dass gerade Medienkompetenz, kritischer Umgang mit Informationen und der Wunsch nach sicherem, digitalem Austausch in jüngeren Zielgruppen steigen – angesichts von Fake News, Cybermobbing und Stimmungsmache im Netz. Insgesamt unterstreicht das Projekt die Notwendigkeit, schon früh Diskussionskultur und Medienreflexion zu fördern.