Kompakte Stromspeicher für alle: Octopus macht „Feierabendstrom“ auch für Mietwohnungen möglich

Was bislang eher ein exklusives Privileg für Hausbesitzer mit Solaranlage war, könnte jetzt umgedacht werden: Octopus Energy bringt mit seinen neuen kompakten Batteriespeichern die Energiewende tatsächlich bis in die Mietwohnung. Zwei clevere Stromspeicher, die unkompliziert genutzt werden können, könnten Haushalte unabhängig davon machen, ob sie ein Dach besitzen – und Strom erstmals günstiger und nachhaltiger zugänglich machen.

heute 18:20 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal fühlt es sich so an, als wäre günstige, grüne Energie bloß für die Glücklichen da, die ein eigenes Haus samt Solardach besitzen. All die anderen – die Millionen Mietparteien etwa – schauen ziemlich in die Röhre. Octopus Energy will das ändern, und das mit stattlichen Ambitionen. Hinter dem Namen „Powerbank“ (beziehungsweise der XL-Variante) stecken intelligente Batteriespeicher, die sich um alles Wichtige automatisch kümmern: Sie laden voll, wenn Strom grün und spottbillig ist, und geben ihn wieder ab, wenn’s teuer wird. Klingt technisch? Stimmt, aber praktisch merkt man davon kaum etwas – außer vielleicht daran, dass die Stromrechnung schrumpft. Die Powerbank XL zielt dabei auf Leute ab, die zwar ein Eigenheim haben, aber kein Sonnenkraftwerk auf dem Dach. Für rund 2.000 Euro einmalig gibt’s einen Batteriespeicher mit satten 10 kWh, der über zehn Jahre den ersten 2.000 kWh Verbrauch einfach auf null setzt. Das ist – im Vergleich zu Solaranlagen, die schnell mal Zehntausende Euro kosten – ziemlich verlockend, vor allem, wenn der Geldbeutel sowieso schon eng sitzt. Viel spannender fast: Die kleine Schwester der XL-Variante, schlicht „Powerbank“ genannt. Nicht größer als eine Kiste Wasser, aber mit einer durchaus nennenswerten Kapazität von etwa 2 kWh, lässt sie sich ohne Installation direkt in die Steckdose pluggen. Keine Baustelle, kein Handwerkergespräch. Tags und nachts saugt sie günstigen Wind- oder Sonnenstrom auf und gibt abends, wenn der Tarif hochschnellt, ihre Energie kostenlos ab. Octopus nennt das etwas salopp „Feierabendstrom“. Besonders für Mieter*innen ein Bravourstück, weil sie so zumindest einen Teil ihrer Grundlast (Kühlschrank, Licht, Router) günstiger – oder eben kostenfrei – abdecken können. Ein bisschen fühlt es sich fast an wie das erste Mal WLAN: Man fragt sich, warum das nicht schon früher einer erfunden hat. Was das eigentlich bringt? Im (etwas geekigen) Hintergrund: Die vielen kleinen Stromspeicher helfen, das Netz flexibler zu machen. Mehr Wind und Sonne heißt nämlich auch mehr Überschussmomente. Während früher Strom einfach abgeschaltet werden musste, kann er jetzt gespeichert werden – sogar in ganz normalen Wohnungen. Und mit den eigenen Octopus-Hardware-Speichern ab 2027 wird das wohl noch günstiger, verspricht das Unternehmen. Interessenten können sich übrigens schon jetzt anmelden.

Klar ist: Mit den Powerbank-Lösungen wird die Energiewende wirklich geöffnet – nicht mehr nur für ein paar Eigentümer:innen, sondern für die breite Bevölkerung. Wer einsteigt, bekommt nicht nur günstigeren Strom, sondern beteiligt sich quasi nebenbei an der Netzstabilisierung und der besseren Verteilung von grünem Überschussstrom. Die Leistungswerte sind praxisgerecht: Die Powerbank hält etwa 2 kWh und liefert 400–800 W, die XL-Variante kommt auf 10 kWh. Neuere Nachrichten (Stand Juni 2024) zeigen, wie andere Anbieter nachziehen. So berichtet das Handelsblatt über steigendes Interesse an Mieterstrommodellen, da die Regierung Erleichterungen für Balkonkraftwerke plant [Quelle: Zeit Online]. Zeitgleich meldet der Spiegel großen Nachholbedarf bei der Netzinfrastruktur in Deutschland, um die dezentrale Einspeisung überhaupt stemmen zu können [Quelle: Spiegel]. Laut Taz verlangen zahlreiche Energie-Startups inzwischen eine schnellere Digitalisierung und Öffnung des Smart-Grids, damit neue flexible Speicher überhaupt wirtschaftlich eingebunden werden können [Quelle: Taz]. Insgesamt bewegt sich also einiges – die Powerbank ist ein Puzzleteil davon.

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