Le Pen: Kandidatur 2027 trotz Verurteilung – Französische Rechte bleibt kampfeslustig

Marine Le Pen, Frontfigur der französischen Rechten, kündigt trotz eines Gerichtsurteils an, 2027 wieder ins Präsidentschaftsrennen zu gehen. Sie bleibt kämpferisch – und setzt auf ein politisches Gespann mit Jordan Bardella.

07.07.26 20:48 Uhr | 1 mal gelesen

Dienstagabend, französisches Fernsehen: Marine Le Pen wirft sich gelassen ins Scheinwerferlicht von TF1. Nein, schuldbewusst wirkt sie nicht – eher angriffslustig. Ihr Standpunkt ist klar: Sie fühlt sich zu Unrecht verurteilt, wolle sich nicht beugen und werde sämtliche juristischen Hebel in Bewegung setzen. Das Urteil fiel am selben Tag: Drei Jahre Haft wegen angeblicher EU-Mittel-Veruntreuung, aber nur ein Teil davon ist wirklich Gefängnis. Den Rest solle sie mit Fußfessel absitzen, was ihrer Meinung nach einen normalen Wahlkampf unmöglich mache. Eine zweite Chance, hofft Le Pen, liege nun beim Kassationsgerichtshof. Sie betont, dass sie und ihr politischer „Ziehsohn“ Jordan Bardella als Team zusammen antreten wollen – ein fast filmreifes Duo: Präsidentin und Premierminister in spe. Reizvoll ist Le Pens Plan vor allem für den rechten Flügel Frankreichs, der sich nach personeller Kontinuität sehnt. Während das Land darüber rätselt, ob nicht doch irgendwann Bardella selbst kandidiert, bleibt sie standhaft. In den Umfragen liegt Bardella sogar ein bisschen vor ihr, aber nicht wesentlich. Trotzdem schmettert Le Pen die Zweifel weg: Sie sagt, sie wurde „befreit“ – ironischerweise durch das Urteil, weil es ihr überhaupt eine Kandidatur erlaubt. Und sie lässt durchblicken: Sollte alles schiefgehen, könnten sich die Karten immer noch neu mischen. Frankreich bleibt daher in politischer Hinsicht spannend – und ein wenig chaotisch.

Marine Le Pen ist derzeit die prägendste Stimme der französischen Rechten und scheut auch nach ihrer Verurteilung durch ein Berufungsgericht in Paris nicht vor einer weiteren Kandidatur zurück. Das Urteil, das sie wegen Missbrauchs von EU-Geldern zu drei Jahren Haft (wobei zwei Jahre auf Bewährung sind und ein Jahr mit Fußfessel verbracht werden muss) verurteilte, hält sie für ungerecht, plant jedoch, bis zur höchsten juristischen Instanz dagegen vorzugehen. Interessanterweise hält sie trotz Drohkulisse von Strafe und politischer Konkurrenz an einer Tandem-Kampagne mit dem jüngeren Parteichef Jordan Bardella fest, der Umfragen zufolge aktuell sogar noch beliebter ist: Im April 2027 könnte Frankreich also vor einer ungewöhnlichen Wahl stehen – mit einer strafrechtlich vorbelasteten Le Pen oder Bardella, der jünger ist, aber kaum weniger umstritten. In aktuellen Berichten wird deutlich, dass dieses Duell der politischen Kräfte Bewegung in die politische Landschaft Frankreichs bringt. Auch international wächst die Sorge vor einem weiteren Rechtsruck und den Auswirkungen auf die EU. Frankreichs Politik bleibt damit im Fokus zahlreicher deutscher und europäischer Medien. Ergänzend recherchiert: Die jüngsten Berichte zeigen, dass der Rassemblement National (RN) weiter zulegt und Umfragen zufolge sogar zur stärksten politischen Kraft avanciert. Besonders nach dem aktuellen Skandal wächst die Sorge in Teilen der Gesellschaft, ob Frankreich dem Druck einer zunehmend polarisierenden Politik standhält. Experten diskutieren, wie sich das Verhältnis RN-EU nach einem möglichen Le-Pen-Sieg verändern könnte – vor allem beim Thema Migration, Binnenmarkt und Klimapolitik.

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