Leichteres Aufatmen: Inflation in Deutschland nimmt im Oktober spürbar ab

Erstmals seit Monaten rutscht die Kerninflation auf nur noch 2,1 Prozent und signalisiert allmählich Entspannung. Zwar bleiben Energiepreise hoch, verteuern sich derzeit aber längst nicht mehr im Rekordtempo der Vormonate.

30.10.26 14:23 Uhr | 6 mal gelesen

Ein Dämpfer für die Teuerung

Für Oktober meldet das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 2,8 Prozent – ein Wert, der nüchtern betrachtet vielleicht sogar ein wenig Hoffnung macht. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,2 Prozent, was in vielerlei Hinsicht zumindest auf eine Verschnaufpause hindeutet.

Kerninflation: Fast zurück zur Norm

Interessant, bemerkenswert: Die sogenannte Kerninflationsrate, also die Preisentwicklung ohne Energie und Nahrungsmittel, schmilzt auf 2,1 Prozent ab. Das ist fast schon eine bessere Normalität, vor allem im Vergleich zu den 2,4 Prozent der Vormonate. Hier macht sich sichtbar, dass der ganz „tiefe“ Preisdruck allmählich nachlässt. Die EZB sieht bei unter zwei Prozent ihr Ziel – das aktuelle Niveau ist also schon bemerkenswert nah dran.

Energiepreise: Starke Nerven bleiben gefragt

Sorge oder vielleicht schon Resignation? Die Energiepreise ziehen mit 12,2 Prozent weiterhin kräftig an, aber immerhin langsamer als noch zuletzt mit fast 15 Prozent. Ein Grund dafür dürfte der aktuell geltende Tankrabatt sein – seit Anfang Oktober bis Jahresende gilt er und sorgt zumindest an der Zapfsäule für kleine Verschnaufpausen im Portemonnaie. Ein Detail, das deutlich zeigt: Politik und Maßnahmen kommen in der Preisentwicklung an, wenn auch manchmal eher wie ein laues Lüftchen als ein starker Wind.

Leben bleibt teuer – und trotzdem leichter

Wer jetzt auf sinkende Preise spekuliert, dürfte enttäuscht werden. Die Inflation verlangsamt sich zwar, aber das Niveau bleibt deutlich höher als im Vorjahr. Entlastung ist also eher eine Sache für das laufende Haushaltsbudget, weniger für die lange Sicht: Mietpreise, Dienstleistungen – vieles bleibt einfach teurer als uns lieb ist.

Zwischen Hoffen und Zweifeln: Was nun?

Das langsamere Preiswachstum stärkt zumindest kurzfristig die Kaufkraft, vielleicht auch den Mut zum Konsum. Für die EZB und die deutsche Wirtschaft bleibt die Frage, ob der Kurs hält oder ob nach Auslaufen des Tankrabatts wieder andere Gesetze gelten. Und zwischen all der Statistik bleibt die alltägliche Unsicherheit: Was bleibt am Monatsende übrig – und wie lange noch?

Kurzeinschätzung: Die Inflation gibt nach, bleibt aber präsent

Die deutschen Verbraucher spüren im Oktober erstmals seit längerem eine Abschwächung des Preisauftriebs. Kerninflation und allgemeiner Preisdruck lassen etwas nach, doch Energiepreise steigen nach wie vor deutlich – wenn auch merklich langsamer. Der Tankrabatt entlastet kurzfristig, eine Trendwende für die Geldbeutel der Haushalte ist aber noch nicht voll absehbar.

Erweiterte Einordnung und aktuelle Entwicklungen

Laut Experten von der DZ Bank und vom IFO-Institut wird die Inflation bis Jahresende wohl weiterhin unter drei Prozent bleiben, sofern es keine neuen Preisschocks gibt; dennoch warnen sie vor Unsicherheiten im internationalen Energiemarkt. Die Deutsche Bundesbank prognostiziert in ihrem aktuellen Bericht, dass insbesondere zunehmende Importpreise im Energiesektor in den nächsten Monaten erneut für Unruhe sorgen könnten. Gleichzeitig beobachten Verbraucherzentralen und Ökonomen mit Sorge, dass vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen die hohen Lebensmittel- und Energiekosten weiterhin stark spüren, da viele Preise trotz sinkender Inflationsrate kaum zurückgehen.

Schlagwort aus diesem Artikel