Was für ein Wahlabend in Berlin: Die Linke sichert sich mit 25,7 Prozent ein Ergebnis, das nicht nur Politiker ins Grübeln bringen dürfte. Die Dynamik unter den Parteien verlagert sich spürbar – da bleibt wenig, wie es war.
CDU fällt zurück – das Feld sortiert sich neu
Die CDU, einst auf der Überholspur, landet mit ihren 18,8 Prozent plötzlich nur noch auf Platz zwei. Für die Christdemokraten muss das ein Kälteschock sein. AfD mit 16,3 Prozent und die Grünen mit ihren 14,3 Prozent reihen sich inzwischen im Mittelfeld ein. Die SPD, noch vor nicht allzu langer Zeit die dominante Kraft in Berlin, kommt kaum über 12,1 Prozent hinaus – das ist eher bescheiden und fordert zum politischen Nachdenken auf.
Nebenplätze für BSW und FDP
Ein bisschen tragisch auch: BSW, mit viel Medienrummel angetreten, bleibt mit 4,7 Prozent klar draußen. Bei der FDP sieht es noch düsterer aus – 2,5 Prozent ist eigentlich schon symbolisch. Tierschutzpartei und Volt? Immerhin 2,1 Prozent, was auf eine bestimmte Unruhe und neue Bedürfnisse im politischen Berlin hindeutet.
Ein Panorama der Kleinen
Unter den humorvoll Eingestellten: "Die Partei" bringt 0,7 Prozent der Berliner zum Schmunzeln, während die Partei der Fortschrittlichen mit 0,3 Prozent leiser vor sich hinträumt. Mäusekino: ÖPD, DKP und "Die Urbane" rutschen auf 0,1 Prozent, alle anderen wie SGP, Heimat und B* sind rechnerisch kaum sichtbar – 0,0 Prozent.
Das politische Koordinatensystem in Bewegung
Mit dem Linksrutsch ergibt sich ein komplett neues Statikspiel der Macht. Historisch ist, dass die Linke jetzt nicht mehr nur Steigbügelhalter sein muss, sondern handfeste Gestaltungsmöglichkeiten hat – vorausgesetzt, sie findet Koalitionäre. Man merkt: Die übliche Berliner Koalitionslotterie kommt in eine neue Runde, zumal klassische Zweier-Bündnisse heikel werden könnten.
Kleinstparteien, Koalitionen und die Frage: Wer macht mit?
Bemerkenswert bleibt, wie die vielen kleinen Parteien das politische Klima prägen – wenn auch ohne Parlamentsplätze. BSW und FDP stehen draußen, dafür bündeln Organisationen wie Volt, Tierschutzpartei & Co. Stimmen, auch wenn es nicht für Fraktionsstärke reicht. Am Ende heißt das: Wer regieren will, muss sich was Neues trauen und nicht im alten Trott verharren. Wer weiß, vielleicht kommt in Berlin eine Koalition zustande, die vor wenigen Jahren noch keiner für denkbar gehalten hätte.
Die Berliner Abgeordnetenhauswahl hat eine spektakuläre Verschiebung im politischen Gefüge der Hauptstadt gebracht: Die Linke zieht mit 25,7 Prozent als klare Siegerin an allen anderen vorbei. CDU und SPD müssen Verluste hinnehmen, während insbesondere die ganz großen Koalitionsfragen neu sortiert werden. Die kleinen und außerparlamentarischen Parteien sind lauter, als es Prozente zeigen – eine politische Ausweitung, die auch von Unsicherheit und Neuorientierung zeugt. Interessant: Die AfD bleibt trotz bundesweiter Schwäche stabil im Mittelfeld, und mit dem Verfehlen der Fünf-Prozent-Hürde durch BSW und FDP wird das neue Parlament noch fragmentierter – Regierungsbildungen können anstrengend werden. Aus überregionalen Medien ist zu entnehmen, dass nicht nur Berlin, sondern auch die Wahrnehmung der linken Parteien bundesweit neuen Wind bekommt. Hinzu kommt, dass Experten einen Zuwachs an Wählerwanderungen und sinkende Stammwählerbindung beobachten, was die Wahrscheinlichkeit von Bündnissen abseits klassischer Lager erhöht. Auch die Wahlbeteiligung fällt mit knapp 71 Prozent deutlich höher aus als in den letzten Jahren – ein weiteres Indiz für das gestiegene politische Interesse und die wachsende Polarisierung in der Hauptstadt. Die Regierungsbildung dürfte sich hinziehen, da mehrere Modelle rechnerisch möglich, aber politisch umstritten sind. Möglicherweise zwingen die aktuellen Kräfteverhältnisse Parteien, über alte Gräben hinweg zusammenzuarbeiten oder neue politische Allianzen zu schmieden.