Lufthansa steigt mit 1,2 Milliarden Euro bei TAP ein – Mehr als nur ein Anteilskauf

Mit einem Investment von 1,2 Milliarden Euro sichert sich Lufthansa fast die Hälfte der brasilien-starken portugiesischen Airline TAP. Doch die behördlichen Hürden sind noch hoch – und ein Abschluss vor 2028 eher unwahrscheinlich.

heute 14:34 Uhr | 2 mal gelesen

Die große Übernahme: Lufthansa und TAP

Da ist der Paukenschlag am Luftverkehrshimmel: Die Lufthansa kauft, als hätte sie nie etwas anderes getan, 44,9 Prozent der Anteile an TAP – für gut 1,2 Milliarden Euro. Das ist mehr als ein bloßer Anteil, fast schon eine Ansage für den europäischen Luftfahrtmarkt.

Portugals Regierungsentscheidung

Wie ein Domino fiel die Entscheidung am Mittwoch: Portugals Premier Montenegro ließ wissen, dass Lufthansa das Rennen gemacht hat. Air France-KLM schaute ins Leere, nachdem sie im Bietergefecht unterlegen waren.

Lufthansa gegen Air France-KLM: Die Auktion

Interessanterweise lag Lufthansa mit ihrem Gebot 16 Prozent über dem Angebot von Air France-KLM. TAP, einst in pandemischer Notlage notverstaatlicht, war nun wieder auf dem Markt – ein Spielball strategischer Interessen.

TAP als Sprungbrett nach Südamerika

Diese Konstellation ist für Lufthansa praktisch ein Lottogewinn: Mit Lissabon als Knotenpunkt können sie den Weg nach Brasilien – und damit nach Südamerika – im Handumdrehen besser bedienen. Gerade für die transatlantischen Strecken winkt neues Wachstum.

Deal noch nicht in Stein gemeißelt

Doch ein wenig Realismus schadet nicht: Bevor Lufthansa tatsächlich an Bord ist, müssen Behörden und Kartellwächter ihr Placet geben. Klingt nach bürokratischem Stillstand und in der Tat: Vor 2028 passiert wohl nichts Endgültiges.

Was bedeutet das?

Man könnte sagen, Lufthansa sichert sich mit TAP nicht nur einen europäischen Partner, sondern gewinnt Einfluss im internationalen Streckennetz. Für den Reisealltag vieler Leute wird sich so schnell zwar nichts ändern – erst müssen die Kartellhürden fallen. Doch in Lissabon könnte in ein paar Jahren deutlich mehr los sein, vor allem was Flüge nach Brasilien und Co. betrifft. Ob sich dann auch die Ticketpreise bewegen? Schwer vorherzusagen. Das Gedränge am Markt wird durch solche Deals jedenfalls nicht kleiner.

Zusammengefasst: Lufthansas Coup in Südeuropa

Mit dem angekündigten Einstieg über 1,2 Milliarden Euro bei TAP verschafft sich Lufthansa Zugang zu einem wachsenden Luftverkehrsmarkt, insbesondere für Verbindungen zwischen Europa und Südamerika. Doch die Transaktion hängt am Tropf der EU-Wettbewerbswächter, deren Zustimmung essenziell ist – laut neuesten Einschätzungen könnte sich der Abschluss bis mindestens 2028 hinziehen. Besonders interessant ist, dass sich in den letzten beiden Tagen die Berichterstattung international oft auf die politischen Implikationen der Investition fokussiert, denn Portugals Regierung sieht darin auch einen Weg, TAP finanziell und strategisch für die Zukunft zu rüsten und zugleich den Einfluss Europas auf transatlantischen Routen zu festigen. Nach Recherchen auf taz.de, dw.com, spiegel.de und weiteren Plattformen wurde außerdem bekannt, dass Lufthansa mit diesem Schritt einen weiteren Versuch startet, ihr bereits beeindruckendes Airlinenetzwerk gezielt nach Südamerika zu erweitern und die Konkurrenz aus Frankreich und den Niederlanden ein Stück auszubremsen. Portugals Regierung betonte, dass der Verkaufsprozess offen und transparent verlief und Lufthansa als ideale strategische Partnerin für TAP angesehen werde. Währenddessen warnen Wirtschaftsexperten, dass die Herausforderungen auf regulatorischer Ebene erheblich sind – die Brüsseler Behörden prüfen, ob mit dem Deal eine zu hohe Machtkonzentration auf bestimmten Flugrouten oder Flughäfen entsteht und fordern teils tiefgehende Zugeständnisse. Dennoch sehen viele Analysten perspektivisch Vorteile für die Reisenden: umfangreichere Umsteigeangebote, verbesserte Südatlantik-Verbindungen und möglicherweise wettbewerbsfähigere Preise, sofern der Zusammenschluss grünes Licht erhält.

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