Zu Gast im Kanzleramt: Litauen im Fokus
Es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen Berliner Formalitäten plötzlich große Bedeutung gewinnen: Bundeskanzler Merz begrüßt Gitanas Nauseda, den Präsidenten Litauens. Hektik liegt in der Luft – schließlich geht es nicht „nur“ um politische Statements, sondern um die konkrete Vorbereitung auf die EU-Ratspräsidentschaft, die im Jahr 2027 an Vilnius übergeben wird.
Geld und Visionen: Welche Herausforderungen warten auf die EU?
Drehen wir das Ganze kurz auf links: Neben all den höflichen Gesten geht es hier knallhart um Zahlen und Zukunftsfragen. Der neue Mehrjährige Finanzrahmen der EU – eine Art Mammut-Haushalt – ist noch zu zimmern. Merz und Nauseda sprechen aber auch über andere Baustellen – etwa, wie die Europäische Union wettbewerbsfähiger werden und vielleicht sogar weiter wachsen kann. Erweiterung? Für einige nur ein schönes Wort, für andere eine Herausforderung mit ganz realen Folgen.
Sicherheitslage: Litauen als Wachposten Europas
Was mich, ehrlich gesagt, immer wieder verblüfft: Wie sehr die kleine baltische Republik im Windschatten des Ukraine-Kriegs zum sicherheitspolitischen Dreh- und Angelpunkt geworden ist. Litauen liegt an Europas östlicher Nahtstelle, und von dort kommt Rückenwind und Warnung zugleich – Themen, die auch auf der Berlin Security Conference eine große Rolle spielen. Übrigens, Litauen trägt diesmal das Schild des Partnerlandes, ein nicht ganz unbedeutender Nebensatz.
Ukraine-Krieg: Und plötzlich trifft man sich zu dritt
Als wäre der Kalender nicht schon dicht genug, findet gleichzeitig ein weiteres hochkarätiges Treffen statt: Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Präsident, taucht ebenfalls in Berlin auf. Ein Nachmittag, drei Staatenlenker, die allesamt das Ziel verfolgen, Europa irgendwie sicher und zukunftsfähig zu halten – gar kein leichter Job, mal so zwischendurch bemerkt.
Was bleibt? Noch viele offene Baustellen
Ich frage mich: Ob und wie all diese Gespräche und Konferenzen tatsächlich im Alltag ankommen? Litauen, so scheint es, nimmt seine Rolle als verbindendes Glied zwischen Osten und Westen Europens sehr ernst. Für Deutschland ist das – jedenfalls aktuell – ein diplomatischer Drahtseilakt, in dem wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen ständig neu austariert werden müssen.
Kernpunkte des Treffens: Worum es im Endeffekt geht
Litauens Präsident Nauseda war aus Anlass der kommenden litauischen EU-Ratspräsidentschaft und der Berliner Sicherheitskonferenz zu Besuch bei Kanzler Merz in Berlin – mit Fokus auf europäische Finanzen, mögliche EU-Erweiterung und Sicherheitsfragen angesichts von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die kleineren Staaten der EU, darunter Litauen, fordern dabei laut aktuellen Medienberichten mehr Unterstützung und Mitsprache in Sicherheits- und Finanzangelegenheiten; vor allem die direkte Bedrohung durch Russland formt Litauens Erwartungen an die gemeinsame europäische Politik. Diskutiert wurde zudem die Notwendigkeit, die EU wettbewerbsfähiger aufzustellen und politische Kompromisse für eine mögliche Erweiterung zu finden, wobei Litauen betont, dass eine starke europäische Antwort auf sicherheitspolitische Herausforderungen auch einen klaren Rückhalt der großen Mitgliedsstaaten wie Deutschland voraussetzt.
Laut aktuellen Artikeln stand auf der Berliner Sicherheitskonferenz die Unterstützung der Ukraine im Vordergrund, wobei sich zahlreiche Teilnehmer – darunter Vertreter aus Ost- und Mitteleuropa – klar für eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung aussprachen. Litauens Rolle als Partnerland wurde von Merz und Nauseda gleichermaßen gewürdigt, begleitet von Forderungen nach mehr strategischer Autonomie und einer vertieften transatlantischen Partnerschaft. Im Gespräch wurde außerdem thematisiert, wie der EU-Finanzrahmen künftig krisenfest gestaltet werden kann, sodass vor allem kleinere und östliche Mitgliedsstaaten nicht benachteiligt werden.