Grünes Drängen: Neue Partnerschaften in Fernost
Schon wieder steht eine Reise ins ferne Asien für Kanzler Merz an. Doch was steckt diesmal dahinter? Grünen-Chefin Katharina Dröge bringt es auf den Punkt: Sie ruft Merz ziemlich explizit dazu auf, von seiner Tour mehr als nur diplomatische Nettigkeiten mit nach Hause zu bringen – eine "Allianz der Gegenmacht" gegen die ungemütlichen Großmächte Russland, China und die USA, wie sie unverblümt fordert.Regeln gegen Willkür: Die Forderungen der Grünen
Dröge hat ihre Ansprüche an den Kanzler klar formuliert – nicht mehr nur transatlantisch denken, sondern mit offenen Augen gezielt auf jene Partner zusteuern, die tatsächlich am Tisch sitzen, wenn es um eine regelbasierte Weltordnung geht. Vormachtstreben, Angriffskriege, das ganze bekannte Arsenal globaler Unwägbarkeiten – Europa brauche stabile Verbündete mehr denn je. Eine spannende, fast schon visionäre Idee, deren Umsetzung jedoch mehr Geduld als Begeisterung verlangen dürfte.Asiens Knotenpunkte: Singapur, Japan, Südkorea
Singapur, das Handels- und Finanzmekka. Japan, unangefochtene Industriegröße mit wachsamem Blick auf Sicherheitspolitik. Südkorea, Technologie-Hub am Dauerbrenner Nordkorea. Dröge unterstreicht: Gerade hier muss Merz nicht nur Reden halten, sondern wortwörtlich "werben" für neue Allianzen.So ein trilaterales Gebilde – klingt ermutigend, bringt aber zwangsläufig auch schwierige Fragen nach europäischer Einigkeit auf die Agenda. Noch dazu: Wer nimmt eigentlich welche Rolle im asiatisch-pazifischen Schachspiel ein?
Handel, Werte – und ein bisschen Unsicherheit
Sollte das politische Theater ernst werden, könnten die Auswirkungen für den deutschen Mittelstand sogar spürbar konkret werden. Handelswege, Lieferkettensicherheit, neue Spielarten der Technologiekollaboration – alles Themen, bei denen die Bundesrepublik schnell ins Schwitzen kommt, wenn nur einer der asiatischen Partner überraschend ausschert. Aber: Wer solche Deals will, muss auch mit einer Extraportion Unsicherheit umgehen können. Fest steht, dass jede Annäherung an die asiatischen Zentren auch das fragile Gleichgewicht im eigenen Lager verändern wird.