Mietrecht-Reform: Private Vermieter denken über Ausstieg nach

Mehr als jeder zweite private Vermieter überlegt, Immobilien zu verkaufen oder nicht mehr zu vermieten – ein Ergebnis der jüngsten Umfrage des Verbands Haus & Grund. Hauptursache dafür sind die vorgesehenen strengeren Mieterschutz-Regeln der Bundesregierung.

30.04.26 19:59 Uhr | 1 mal gelesen

Das „Handelsblatt“ berichtete in seiner Freitagsausgabe darüber. Es ist nicht nur eine Maßnahme, sondern die gleichzeitige Flut an neuen gesetzlichen Vorgaben, die viele Eigentümer an ihre Grenzen bringt. Das frisch beschlossene Mietenpaket II nimmt besonders das möblierte Wohnen und kurzfristige Vermietungen ins Visier, alles mit dem Ziel: mehr Schutz für Mieterinnen und die Mietpreisspirale bremsen – besonders in städtischen Problemzonen. Auffallend viele Vermieter stören sich jedoch massiv an der geplanten Ausweitung von Schonfristen bei Mietrückständen: Laut Umfrage befürchten knapp 69 Prozent dadurch erhebliche Einschnitte. 'Gerade die Möglichkeit, fällige Mietzahlungen zeitnah durchzusetzen, ist für viele essenziell', betont der Verband. Auch Einschränkungen bei Indexmieten, mit denen Vermieter sich gegen Inflation absichern, stoßen auf Kritik: Über ein Viertel sieht hier starke Beeinträchtigungen der Planungssicherheit. Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund, wirft der Regierung vor, die kleinen Vermieter für politische Ziele zu „opfern“ – das schade am Ende allen, die auf bezahlbaren Wohnraum hoffen. Ganz ehrlich: Man nimmt es den Vermietern nicht übel, dass manche schlicht keine Lust mehr haben, sich ständig auf neue Spielregeln einstellen zu müssen.

Ein Großteil der privaten Vermieter denkt angesichts der aktuellen Gesetzespläne der Bundesregierung darüber nach, ihre Mietobjekte zu verkaufen oder die Vermietung zu beenden. Besonders die geplante Ausweitung der Schonfristzahlungen und die Beschränkung von Indexmieten werden als massive Eingriffe betrachtet, die bestehende Kalkulationen und die rechtliche Sicherheit erschweren. Laut Haus & Grund droht dadurch ein Rückgang privater Investitionen und eine Verschärfung der Wohnungsknappheit – eine Entwicklung, die auch aus aktuellen Artikeln bestätigt wird: Laut SZ und FAZ belasten neben der Politik auch gestiegene Zinsen und Baukosten den Vermietermarkt; viele Neubauprojekte stehen schon jetzt vor dem Aus, was die Situation zusätzlich verschärft.

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