Minijobs in Gefahr? Kay Gottschalk (AfD) kritisiert Pläne zur Sozialversicherungspflicht

In Deutschland arbeiten Millionen Menschen geringfügig – sogenannte Minijobs sind ein wichtiger Zuverdienst. Nach Empfehlungen der Rentenkommission steht nun deren Sonderstatus auf der Kippe: Künftig sollen auch Minijobs in der Sozialversicherung erfasst werden. Diese Idee stößt auf heftigen Widerstand, etwa bei Kay Gottschalk von der AfD.

heute 11:27 Uhr | 3 mal gelesen

Kay Gottschalk, einer der Spitzenvertreter der AfD, macht seinem Ärger Luft: Wer Minijobs abschafft oder mit zusätzlichen Sozialabgaben belegt, nimmt den Leuten Geld weg, die ohnehin oft jeden Euro umdrehen. Viele, so sein Argument, nutzen Minijobs als flexible Möglichkeit, Studium, Familie oder Rente finanziell etwas bequemer zu gestalten. Gerade im Gastgewerbe, im Einzelhandel oder in kleinen Handwerksbetrieben sind diese Minijobs wie das Öl im Getriebe: Fallen sie als unbürokratische Option weg oder werden teurer, leidet die Beschäftigung – und nicht zuletzt auch die Kundschaft, die vielleicht morgens auf ihr Brötchen verzichten muss, weil Personal fehlt. Dass die Rentenversicherung auf wackeligen Beinen steht, lernt man bei jeder zweiten Schlagzeile. Nur wird – so Gottschalk – genau dieses Problem nicht gelöst, wenn man Minijobs verteuert. Das Gegenteil sei der Fall: Neue Hürden und Bürokratie könnten Firmen davon abhalten, überhaupt noch einzustellen. Der AfD-Politiker sieht in den Vorschlägen einen Beweis dafür, dass in Berlin die falschen Prioritäten gesetzt werden. Ein weiterer Punkt: Viele Leute entscheiden sich bewusst für einen Nebenjob, der unkompliziert und steuerarm bleibt. Schränkt der Staat diese Freiheit durch neue Vorschriften ein, sei das eine kaum verdeckte Strafe für Eigeninitiative und Arbeitswillen. Die AfD positioniert sich damit als Anwalt derer, die sich ein Stück Selbstbestimmung im Arbeitsleben bewahren wollen. Abschließend fordert Gottschalk: Statt zusätzliche Belastungen braucht es mehr Freiheit und Anerkennung für die Menschen, die ihre Ärmel hochkrempeln.

Hinter dem Streit um Minijobs verbirgt sich ein tieferes Ringen um Arbeitsmodelle und soziale Absicherung in Deutschland. Während die Regierung laut Medienberichten prüft, das Minijob-Modell durch Sozialversicherungspflichten umzubauen, sehen Gewerkschaften darin einen wichtigen Schutz vor Altersarmut – Kritiker wie die AfD fürchten Jobverluste und eine Schwächung kleiner Betriebe. Nach aktuellen Berichten (u. a. von Süddeutscher Zeitung, Spiegel und taz) sind vor allem Branchen wie das Gastgewerbe und die Pflegewirtschaft derzeit auf die Flexibilität von Minijobbern angewiesen, wobei viele Beschäftigte in diesen Sektoren von einer besseren sozialen Absicherung durchaus profitieren könnten; angesichts der hohen Inflation, des Arbeitskräftemangels und der Rentenlücke sorgt die Debatte entsprechend für kontroverse Standpunkte und zahlreiche Proteste.

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