Nach Starmers Rücktritt: Bundesregierung pocht auf Verlässlichkeit

Die Bundesregierung reagiert auf Keir Starmers Rückzug mit betonter Gelassenheit – und hofft, dass der Kurs zwischen Berlin und London auch unter neuer Führung stabil bleibt.

heute 11:59 Uhr | 2 mal gelesen

Mal ehrlich: Der politische Abgang von Keir Starmer kam nicht unbedingt wie ein Erdbeben, aber ein paar Wellen schlägt er auch diesseits des Ärmelkanals. Regierungssprecher Stefan Kornelius, ein Mann für diplomatische Zwischentöne, gab sich am Montag ziemlich nüchtern: Starmer sei ein beständiger, enger Verbündeter gewesen, vor allem in außenpolitischen Fragen – die Ukraine taucht in dem Zusammenhang beinahe reflexhaft auf. Jetzt heiße es erstmal abwarten – wer Premier in London wird, steht noch nicht fest, aber Berlin will den Draht zu Downing Street offenbar nicht verlieren. Gleichzeitig überschattet das politische Rauschen nicht die laufenden Geschäfte: Am Mittwoch steuern die Staats- und Regierungschefs des sogenannten "E5"-Formats auf Berlin zu, um im Vorfeld des Nato-Gipfels in Ankara die Reihen zu schließen. Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien – dieses Fünfergespann steht wohl, auch wenn Großbritannien einen neuen Kapitän braucht. Ach so: Ob sich Olaf Scholz angesichts von Starmers Absturz nun plötzlich Gedanken um seine eigenen Umfragewerte macht? Das „Nein“ aus dem Kanzleramt kam so trocken, dass man fast geneigt ist, nach einem Augenzwinkern zu suchen.

Der Rücktritt von Keir Starmer löst in der Bundesregierung keine hektischen Neuausrichtungen aus – Berlin bleibt erstmal auf Kontinuität bedacht und setzt auf stabile Beziehungen zu London, auch wenn dort noch unklar ist, wer das Steuer übernimmt. Politische Unwägbarkeiten aus Großbritannien erreichen Deutschland zwar, dominieren aber nicht das Tagesgeschäft: Die geplante Zusammenkunft der E5-Staaten in Berlin vor dem Nato-Gipfel läuft weiter, als wäre nichts gewesen. Interessanterweise zeigen aktuelle Berichte aus britischen Medien, dass Starmers Rücktritt vor allem durch anhaltende parteiinterne Querelen und sinkende Umfragewerte befeuert wurde – ein Spiegel für viele Landeschefs in Europa, die mit wackeligen Popularitätswerten zu kämpfen haben.

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