Nations League: Torloses Ringen zwischen Deutschland und Griechenland

Deutschland bestimmte die Partie phasenweise, doch gegen die vielbeinige griechische Defensive blieb der erlösende Treffer aus. Ein Tor von Jonathan Burkardt zählte nach VAR-Entscheidung wegen Handspiels nicht – so endete das Spiel letztlich 0:0.

heute 22:45 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal liest sich ein Fußballabend in Thessaloniki eher wie ein nagendes Rätsel als ein Angriffswirbel – so geschehen beim jüngsten Auftritt Deutschlands in der Nations League. Zwar schien die DFB-Auswahl in weiten Teilen das Geschehen auf dem Rasen im Griff zu haben, aber Griechenland riegelte hinten ab wie eine Bank am Freitagnachmittag. Ein geordnetes Gedränge fern aller Tore, könnte man sagen.

Viele Ballkontakte, wenig Zählbares

Schon in Durchgang eins waren die deutschen Spieler oft am Ball und versuchten es mit Kombinationen und schnellen Pässen. Derry Scherhant trat dabei offensiv durchaus in Erscheinung – quirlig, spritzig, aber vor dem Tor blieb alles Stückwerk. Einmal zappelte der Ball sogar im Netz, doch der Jubel war nur kurz: Angeblich Handspiel von Tom Bischof vor dem Treffer von Burkardt, der Schiedsrichter schaute sich die Szene nach Hinweis vom VAR nochmal an. Bekanntes Problem, wieder kein Tor.

Keine Lücke im Beton

Nach der Pause drehte Deutschland weiter an der Offensivschraube, aber die Griechen verteidigten einfach alles weg. Konter? Gab’s ab und an, doch auch die verpufften letztlich eher erfreulich harmlos. Deutschlands Auswechselspieler sollten neuen Schwung bringen, doch das Bild blieb: Entweder waren zehn Griechen im Weg, oder es fehlte an Entschlossenheit.

In den Schlussminuten wollte das DFB-Team unbedingt noch mehr, drückte – aber es fehlte der eine Pass, der alles öffnet. Griechenland kämpfte mit viel Leidenschaft und einem klaren Plan: Bloß kein Gegentor kassieren. Und das klappte.

Bilanz nach vier Spieltagen

Jetzt hat Deutschland nach vier Partien fünf Punkte, das reicht nicht zum Sprung ganz nach oben. Griechenland hält mit einem Zähler mehr die Gruppenspitze noch fest. Die DFB-Elf muss sich eingestehen: Ballbesitz ist nett, aber wirklich weiter bringt das nur mit Toren. Die nächsten Spiele gegen Serbien und die Niederlande stehen an, und irgendwie ist da jetzt ein kleines Fragezeichen hinter der deutschen Offensivpower.

Derry Scherhant blieb als Hoffnungsträger auffällig, doch insgesamt wurde sichtbar, woran es mangelt: Präzision und Mut im Abschluss. Griechenland indes darf sich für die konzentrierte Defensivleistung auf die Schulter klopfen. Kleine Randnotiz: Solche „Nullnummern“ sind vielleicht nicht für jeden was – aber vielleicht genau deshalb erzählerisch sogar reizvoll.

Wenig Ertrag, viele offene Fragen

Deutschland bliebt gegen das defensiv clever agierende Griechenland erneut ohne Sieg und verpasst damit einen Sprung in der Tabelle. Die Mannschaft offenbarte Schwächen im Abschluss, was gerade vor den so wichtigen Gruppenspielen gegen Serbien und die Niederlande ins Gewicht fällt. Während Hoffnungsträger wie Derry Scherhant immer wieder für offensive Glanzmomente sorgen, fehlt es dem deutschen Spiel aktuell an Kreativität und Durchschlagskraft.

Neue Entwicklungen rund um das DFB-Team

Laut einem aktuellen Bericht der Spiegel wurde nach dem Spiel die mangelhafte Chancenverwertung erneut thematisiert, wobei DFB-Trainer und Verantwortliche vor allem größere Konsequenz beim Abschluss forderten. Die FAZ fokussierte sich in ihrer Analyse auf die mentale Komponente: Deutschlands junge Mannschaft müsse nach solchen Geduldigkeitsproben weiter reifen und bessere Lösungen gegen tief verteidigende Teams erarbeiten. Unterdessen hebt die Süddeutsche Zeitung die beeindruckende Disziplin der Griechen hervor und unterstreicht, dass der Favoritenstatus des DFB-Teams nicht mehr als Selbstverständlichkeit gelten dürfe – künftig sind flexible Offensiv-Strategien gefragt.

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