Das Oktoberfest 2026, das traditionsgemäß die Theresienwiese in München in ein koloriertes Menschenmeer verwandelte, hat alle früheren Zahlen in den Schatten gestellt. 7,4 Millionen Gäste, so die Abschlussmeldung der Organisatoren, fanden binnen 16 Tagen ihren Weg ins Bierzelt – und das, obwohl diesmal das Fest um zwei Tage kürzer war als noch 2023.
Halbzeitprognosen übertroffen
Schon zur Halbzeit war die Begeisterung greifbar: 3,8 Millionen zählten die Schleusenwächter bis dahin. Damit lag die Messe deutlich über den Erwartungen – kurioserweise sind viele Münchner selbst überrascht, wie schnell die Schlangen dieses Jahr wuchsen.
Beim Bier floss es wie eh und je – genauer gesagt, 6,7 Millionen Maß wechselten die Hände. Auffällig: Nicht jeder Besucher trank zwangsläufig Bier. Wahrscheinlich wurden dieses Jahr besonders viele alkoholfreie Alternativen nachgefragt.
Radler, Apfelschorle und Co: Die Überraschung bei den Getränken
Tatsächlich lag der Absatz alkoholfreier Getränke satte zehn Prozent über dem Vorjahr. Im Trend: vor allem das saure Radler – klingt unspektakulär, ist aber offenbar der neue Hit zwischen Zuckerwatte und Zuckerhut.
Auch bei deftigen Schmankerln und süßen Leckereien klingelten die Kassen um rund zwei bis drei Prozent lauter. Wer geglaubt hat, Besucher sparen nach Inflation und Preiserhöhungen bei der Brotzeit, wurde eines Besseren belehrt.
Unfälle werfen Schatten über die Bilanz
Doch der goldene Glanz bekam auch dunkle Sprenkel. Am Wiesn-Ende traf ein Unfall auf der Oidn Wiesn fast schon schmerzhaft ins kollektive Feiergefühl: Ein Mitarbeiter geriet unter eine Schiffschaukel, die sofort nach dem Vorfall stillgelegt wurde.
Die genauen Ursachen? Ungeklärt. Und dann war da noch der tragische tödliche Unfall am Freefall Tower „Hangover“ wenige Tage zuvor. Tragik und Fest – leider schließen sich die beiden nicht immer gegenseitig aus.
Kürzer, dichter, voller – und die Folgen?
Mit 16 Tagen war die Wiesn diesmal besonders kompakt – was einerseits für mehr Besucher pro Tag sorgte, andererseits aber den Druck auf Verkehr, Rettungskräfte und Anwohner sichtlich erhöhte. Die Rekordzahlen spiegeln also auch eine Herausforderung wider: Am letzten Samstag mussten einzelne Eingänge zeitweise dichtgemacht werden – kein Wunder, bei so viel Andrang.
Spannend bleibt, wie die Stadt München künftig die Balance zwischen Wachstum, Sicherheit und Lebensqualität für alle Beteiligten halten will. Denn irgendwo zwischen Brezn und Bier, Tracht und Trubel, hängt vielleicht mehr dran als nur ein neuer Besucherrekord.