Sportstaatsminister Ronald Rauhe hat vor, sich mit dem deutschen Olympiabewerbungsteam und Vertretern der Stadt München mit IOC-Chefin Kirsty Coventry sowie Bundeskanzler Merz an einen Tisch zu setzen. Entweder in Lausanne, wo das IOC zuhause ist, oder in Berlin – so viel steht zumindest schon fest.
Gemeinsame Werbung für München
„Wir wollen Deutschlands Olympiabewerbung charmant, aber klar ins Schaufenster stellen. Und ehrlich: Wenn man sich Merz dabei anschaut, der brennt förmlich für das Projekt“, meint Rauhe in einem Interview mit dem „Spiegel“. Taugt München wirklich zum Sprungbrett für Europas Olympia-Rückkehr? Coventry soll eigenen Angaben zufolge offen für den deutschen Vorstoß sein – so wenigstens verlautete es nach einem Dreierruf jüngst am Hörer.
Laut Rauhe hat das Telefonat mit Coventry und Merz zuletzt durchaus optimistischen Nachhall: Die IOC-Präsidentin wertet Münchens Engagement als Motor für Europa und schätzt offenbar die Entschlossenheit der deutschen Seite – ein Hauch von Aufbruchsstimmung vielleicht.
Wer das Steuer in der Hand hält
Was die Federführung angeht, ist für Rauhe alles klar: „Das Sagen hat der DOSB. Das ist seine Baustelle, wenn es ums offizielle Bewerbungsverfahren beim IOC geht“, meint er. Einen Alleingang schließt er trotzdem aus – ohne Schulterschluss mit Stadt und Bund würde man „keine Hausnummer“ gewinnen.
Rauhe sieht das Ganze als Mannschaftssache: „Der DOSB tritt mit einem starken Verbund auf.“ Köln und München, Politik und Sport – da müsse „echte Einigkeit“ herrschen, sagt Rauhe und klingt so, als wisse er um deutsche Kompromisskultur bestens Bescheid.
Viele Rivalen, langer Atem gefragt
Unterdessen scharren die internationalen Bewerber schon mit den Hufen: Mit Doha, Ahmedabad, Budapest, Istanbul, mehreren südafrikanischen Metropolen und Südkorea (noch ohne Stadt auf dem Namensschild) sind einige Schwergewichte im Rennen. Bis Oktober dürfen sich weitere Städte zu Wort melden, dann wird schon scharf gefeilscht.
Ernst wird es im November, wenn die Visionen aller Kandidaten auf dem IOC-Prüfstand landen. Nur die überzeugendsten Konzepte sollen nach einer Auswahlrunde 2027 in eine engere Prüfung kommen. Festgelegt wird der Gastgeber dann erst 2029 – ein zähes Spiel auf Zeit.
Mehr als nur ein Sommernachtstraum
Für München liegt dazwischen alles offen: Egal ob 2036, 2040 oder 2044 – die Hoffnung bleibt, dass zumindest bei einer der kommenden Sommerolympiaden der Zuschlag winkt. Die Konkurrenz ist heftig, aber der deutsche Bewerber bleibt im Rennen, solange Vision, Planung und Finanzen stimmen.
In den nächsten Jahren wird es vor allem darauf ankommen, dass Stadt, Bund und DOSB auch in zähen Phasen nicht auseinanderdriften. Woher nehmen wir eigentlich den Sportsgeist? Vielleicht braucht es diesmal einfach ein bisschen mehr Mut zur Lücke – und eine Portion Ehrlichkeit, was Deutschlands Chancen wirklich wert sind.
Schlüsselfragen und Politik im Boot
Das geplante Treffen soll auch zeigen: Ohne politisches und organisatorisches Zusammenwirken geht nichts. Der DOSB steht als Frontmann vorn, doch Rückenwind gibt es vom Bund und aus München – und nicht zu vergessen, von der Sportbasis.
Am Ende wird sich die deutsche Kandidatur nicht nur am Konzept messen lassen müssen, sondern auch an den finanziellen Zusagen und Details, die das IOC erwartet. Bis 2029 warten noch einige Hürden – welche Rolle dabei Münchens Vergangenheit spielt? Das wird sich weisen – die Skepsis in Teilen der Bevölkerung kommt jedenfalls immer wieder auf und sollte nicht unterschätzt werden.
Wesentliche Punkte der Olympia-Bewerbung
Ronald Rauhe will mit Unterstützung von DOSB und der Stadt München Deutschlands Bewerbung für die Olympischen Spiele bei IOC-Präsidentin Coventry und Kanzler Merz prominent vorstellen – Ziel sind die Austragungen 2036, 2040 oder 2044. Im Fokus stehen dabei Geschlossenheit, politischer Rückhalt und ein überzeugendes Konzept, um sich gegenüber der breiten Konkurrenz – etwa aus Doha, Indien oder Budapester Kreisen – durchzusetzen.
Die finale Entscheidung über die Gastgeberstadt fällt zwar erst 2029, doch schon jetzt sind politischen Rückhalt, finanzielle Klarheit und ein tragfähiges Konzept gefragt. Aus teils aktuellen Berichten (etwa auf faz.net und spiegel.de) wird betont, dass bereits kleine Fehler im Bewerbungs-Pitch große Chancen kosten können und das Ringen um nationale und regionale Akzeptanz schwieriger ist denn je.
Als frische Aspekte aus der aktuellen Medienlandschaft lässt sich feststellen: Die deutsche Olympia-Bewerbung ist umstritten – auch wegen der Debatte um Nachhaltigkeit, Menschenrechte und die Nachwirkungen gescheiterter Vorläuferprojekte. Aktuelle Stimmen von taz und ZEIT betonen die Notwendigkeit intensiver Öffentlichkeitsarbeit und die Risiken politischer Zersplitterung. Etliche Stakeholder wünschen sich eine fortgesetzte Diskussion auf Augenhöhe mit der Bevölkerung – selbst eine mögliche Volksabstimmung steht gelegentlich zur Debatte.