Pflegekommission: DAK hegt Zweifel am Zeitplan für tiefgreifende Reform

Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, unterstützt zwar die Gründung der neuen Pflegekommission – hält es jedoch kaum für machbar, bis Ende Januar ein ausgereiftes Konzept vorzulegen. Das Expertengremium steht vor der Aufgabe, das Pflegesystem tiefgreifend umzugestalten.

heute 12:17 Uhr | 2 mal gelesen

Ein ambitionierter Startschuss – und dicke Fragezeichen

Manchmal, wenn ich auf die deutsche Gesundheitspolitik blicke, frage ich mich, ob nicht zu viel Bürokratie im Spiel ist. Jetzt also die Pflegekommission, frisch im Amt – und gleich ein ambitioniertes Ziel: Sie soll das Pflegesystem von Grund auf neu erfinden. Andreas Storm von der DAK-Gesundheit sagt, er finde das Vorhaben richtig – aber ob das bis Ende Januar realistisch ist? Da kann man schon skeptisch werden.

DAK-Vorstand setzt Fragezeichen hinter die Frist

Storm lässt daran keine Zweifel: In einem Wortlaut, der zwischen Zuversicht und Kopfschütteln schwankt, spricht er von einer 'Herkulesaufgabe'. In so kurzer Zeit – mit so vielen Baustellen: Wie soll das bitte gehen? Er jedenfalls sieht das Ziel am Horizont, aber den Weg dahin? Schwer greifbar.

Hinweis auf systemische Risiken

Die Lage ist angespannt, das bestreitet keiner – auch nicht der Bundesgesundheitsminister Linnemann, der recht deutlich warnte: Laufen wir so weiter, kracht das Pflegekonstrukt irgendwann in den 2030er Jahren zusammen. Schon heute stehen Pflegebedürftige und ihre Familien oft vor einem Berg an Kosten. Viele fragen sich: Wer soll das überhaupt noch stemmen?

Was genau soll die Kommission tun?

Das Mandat der Kommission ist weitgesteckt – vielleicht zu weit? Sie muss Einnahmen und Ausgaben, Eigenanteile von Pflegebedürftigen, private wie gesetzliche Versicherungen und den Bundeshaushalt unter einen Hut bringen. Dabei stehen nicht nur die eigenen vier Wände von Senioren auf dem Spiel, sondern auch die finanzielle Planbarkeit für Millionen Beitragszahler. Ein Flickenteppich oder ein neues Ganzes – das bleibt die große Frage.

Zeitdruck und Unsicherheiten

Eines ist klar: Die Kommission soll Leitplanken liefern, aber auch ganz konkrete Vorschläge – für eine nachhaltig finanzierte Pflegeversicherung, gerechtere Beiträge, weniger Belastung für die Menschen. Bis die Regierung handelt, bleibt aber alles beim Alten – vorerst also noch keine Hoffnung auf ein aufatmen der Pflegebedürftigen.

Stimmen aus der anderen Richtung

Schaut man sich die Pressestimmen an, wirkt das Bild uneinheitlich: Während einige auf den planmäßigen Start des Gremiums abheben, setzen andere den Fokus auf die ungelösten Streitfragen – etwa, ob Privatversicherte künftig mehr beisteuern müssen. Am Ende bleibt eine Stimmung zwischen vorsichtiger Hoffnung, politischer Taktiererei und den ganz normalen Zweifeln: Reicht die Zeit, um wirklich etwas zu bewegen?

Kurz gesagt

Die neue Pflegekommission steht vor einem riesigen Berg: Innerhalb weniger Monate ein komplett neues Konzept für die Pflegeversicherung vorschlagen? Andreas Storm von der DAK hält das für praktisch unmöglich – zu komplex sind die Herausforderungen rund um Beiträge, Eigenanteile und Systemarchitektur.

Erweiterung und aktuelle Entwicklungen

Auch in den großen Zeitungen und Portalen wird über die Kommission berichtet – oft mit dem Hinweis auf eklatante Finanzierungsprobleme, die durch demografischen Wandel und steigende Eigenanteile massiv verschärft werden. Manche Expert:innen fordern sogar, den Auftrag der Kommission auszuweiten und die Perspektive der Pflegekräfte stärker einzubinden, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen und Qualifizierungsoffensiven (Quelle: Die Zeit). Interessanterweise gibt es Diskussionen darüber, ob eine Einheitsversicherung für alle, ähnlich wie in Österreich, nicht gerechter wäre – was aber massiv politischen Gegenwind auslöst.
Aktuell verhandelt die Politik auch, ob private Versicherte stärker zur Kasse gebeten werden, um die explodierenden Kosten auf mehr Schultern zu verteilen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Währenddessen wächst die Sorge, dass ohne schnelles Handeln die Pflegebedürftigen weiter mit steigenden Eigenanteilen alleine gelassen werden.
Die Debatte bleibt also hitzig, Lösungsansätze existieren viele – aber niemand will den ersten Schritt wagen.

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