Philippe Sands erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026

Der französisch-britische Völkerrechtler und Autor Philippe Sands wird im kommenden Jahr mit dem renommierten Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt.

heute 10:10 Uhr | 2 mal gelesen

Am Donnerstag verkündete der Stiftungsrat seine Entscheidung. In der Begründung wurde Sands als herausragende intellektuelle Stimme der Gegenwart gewürdigt, die unermüdlich für Recht, Frieden und insbesondere den Schutz des Völkerrechts eintritt. Sands, Nachfahre von Überlebenden der Schoah, verbindet in seiner Arbeit die großen Fragen von Recht und Unrecht mit seiner eigenen Familiengeschichte. Dadurch beleuchtet er nicht abstrakt, sondern persönlich erfahrbar, wie die Begriffe 'Genozid' und 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' gewachsen sind und welche Lebensgeschichten sich dahinter verbergen. Seine Bücher und Essays lassen die Schicksale der Opfer lebendig werden und geben ihnen Würde zurück – während zugleich die Motive und Abgründe der Täter nicht ausgespart werden. Sands wurde 1960 in London geboren und hat sich als Professor am University College London, als Gastdozent in Harvard sowie als Anwalt am Internationalen Gerichtshof einen Namen gemacht. Neben umfangreicher Fachliteratur ist er seit einigen Jahren auch mit erzählenden Sachbüchern erfolgreich, die sehr persönlich und gleichzeitig gesellschaftlich relevant sind. Die Verleihung der mit 25.000 Euro dotierten Auszeichnung ist für Sonntag, 11. Oktober 2026, in der Frankfurter Paulskirche angesetzt. Seit über siebzig Jahren symbolisiert der Preis das Ringen um Frieden und Versöhnung durch sprachliche, wissenschaftliche und künstlerische Ausdrucksformen.

Philippe Sands ist nicht nur Jurist, sondern auch ein Brückenbauer zwischen historischem Leid und aktuellen Debatten über Gerechtigkeit. Die Entscheidung, ihm den Friedenspreis zu verleihen, reiht ihn ein in eine Liste von Persönlichkeiten, die sich um Dialog und Verteidigung von Menschenrechten verdient gemacht haben. Sands spürt in seinen Werken den Spuren globaler Katastrophen nach und macht dabei sichtbar, wie eng individuelle Biographien und die Entwicklung des internationalen Strafrechts miteinander verwoben sind – sein Buch 'East West Street' etwa wurde international beachtet. Ergänzend aus aktuellen Recherchen: Sands engagiert sich aktuell auch für Aufarbeitung jüngster Kriegsverbrechen, u. a. in Bezug auf die Situation in der Ukraine, und setzt sich öffentlich für stärkere internationale Zusammenarbeit gegen Menschlichkeitsverbrechen ein. Neuere Interviews und Essays, beispielsweise für The Guardian oder die Süddeutsche Zeitung, zeigen, wie stark er die aktuellen politischen Herausforderungen mit historischen Linien verknüpft. In der aktuellen Debatte um Völkerrecht und Krieg in Europa wird seine Stimme zunehmend gefragt und wahrgenommen.

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