Röttgen: Deutschland sollte sich aus militärischen Handlungen im Iran heraushalten

Norbert Röttgen, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, hält eine deutsche oder gar europäische Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Iran aktuell für ausgeschlossen. "Ehrlich gesagt, ich kann momentan überhaupt nicht erkennen, wo wir jetzt aktiv eingreifen oder mithelfen könnten", sagte er bei RTL und ntv.

heute 11:00 Uhr | 5 mal gelesen

Röttgens Aussage steht klar entgegen den Erwartungen aus den USA – besonders Präsident Donald Trump, der von den Nato-Partnern zuletzt größere Unterstützung gefordert hatte. Dieser zeigte sich öffentlich über das Verhalten Deutschlands, Frankreichs und Italiens enttäuscht und monierte, dass die Verbündeten im Iran-Konflikt zu wenig an der Seite der USA stünden. Röttgen argumentierte, dass Europa in die wesentlichen Entscheidungen rund um diesen Krieg ohnehin nicht eingebunden worden sei: Weder beim Anstoß der militärischen Auseinandersetzungen noch bei deren möglichem Ende sei man gefragt worden. „Es ist ein Krieg, den die USA und Israel gewählt haben. Auch bei der Entscheidung, ihn zu beenden, kamen wir – Europas Regierungen – schlicht nicht vor“, so Röttgen. Er betonte außerdem, dass Bundeskanzler Merz (CDU) nun in einer diffizilen Lage stecke: Einerseits müsse er zwischen Washingtons Erwartungshaltung und der diplomatischen Verantwortung Deutschlands lavieren, andererseits gebe es bislang aber keine konkreten Forderungen Trumps an Berlin. Röttgen sagt dazu: "Ich habe noch keinerlei Direktive in Form einer klaren Aufforderung aus Washington vernommen." Auch abseits politischer Floskeln bleibt vieles in der Grauzone.

Die Zurückhaltung Deutschlands gegenüber einer militärischen Beteiligung im Iran-Konflikt wird nicht nur von Norbert Röttgen, sondern im politischen Berlin breit getragen. Differenzen zwischen den Nato-Verbündeten und den USA, insbesondere unter Präsident Trump, wurden in den jüngsten Pressekonferenzen deutlich – weshalb deutsche Politiker die Notwendigkeit zu besonnener Diplomatie betonen. Nach aktuellen Recherchen aus verschiedenen Nachrichtenportalen befürwortet ein Großteil der deutschen Parteien eine strikt diplomatische Lösung und sieht die militärische Option nicht als sinnvoll an. Die Entwicklung spiegelt die allgemeine Skepsis in Europa gegenüber einer weiteren Eskalation im Nahen Osten wider.

Schlagwort aus diesem Artikel