Wien im Oktober: Wenn draußen langsam der Herbstwind auffrischt, geht es in der MILLENNIUM City heiß her – und zwar auf zehn Spinning-Bikes mitten auf der Plaza. Von Mittwoch Mittag bis Donnerstag Mittag, insgesamt also glatte 24 Stunden, treten verschiedenste Leute ordentlich in die Pedale. Und das aus einem einfachen, aber ziemlich greifbaren Grund: Jeder gefahrene Kilometer wird kurzerhand in einen Euro für soziale Projekte umgewandelt. Hier geht es weniger um sportliche Höchstleistungen, mehr um Gemeinschaft – ganz gleich, ob man fünf Minuten bleibt oder die ganze Nacht durchfährt.
Überhaupt herrscht bei diesem Event ein offener Geist. Angefeuert von prominenter Unterstützung und beflügelt von kleinen Goodies für alle Teilnehmer:innen, radeln Familien, Mitarbeitende, Sportfans und Passanten Seite an Seite – ganz ohne Leistungsdruck. Die gesammelten Beiträge wandern in diesem Jahr wieder direkt ans St. Anna Kinderspital und an sports4everybody, einen Verein, der sich für Chancengleichheit im Sport stark macht. Es ist praktisch wie eine sportliche Staffel für den guten Zweck, bei der jeder kleine Einsatz zählt und am Ende das Gesamtergebnis im Vordergrund steht.
Während im Vorjahr fast dreieinhalbtausend Kilometer zusammenkamen, bleibt auch 2026 das Ziel: Möglichst viele Kilometer in bare Solidarität verwandeln. Nach 24 Stunden ist dann Schluss – finale Kilometer-Ansage, Scheckübergabe und ehrliche Applaus. Und das alles mitten in Wien, wo Bewegung und Engagement Hand in Hand gehen. Man muss wahrlich kein Profi sein, um mitzuwirken – jede Runde zählt, jede Pause auch. Kurz: Hinfahren, radeln, helfen. Und vielleicht dabei Neues erleben, über sich hinauswachsen oder einfach Spaß haben. Klingt simpel und fühlt sich ziemlich gut an.
Das Charity-Radeln der MILLENNIUM City ist inzwischen schon ein fixer Bestandteil des Wiener Veranstaltungskalenders. Die Veranstalter setzen darauf, dass Gemeinschaft mehr Gewicht hat als individuelle Leistung und dass jeder gefahrene Kilometer – sei er sportlich oder entspannt – am Ende den Unterschied macht. Der Erlös unterstützt sowohl das St. Anna Kinderspital, das sich um schwerkranke Kinder kümmert, als auch sports4everybody mit seinem Engagement für integrative Sportförderung.
Hinzu kommt, dass der Event von Jahr zu Jahr wächst und nicht nur Sportfans, sondern auch zufällige Besucherinnen und Besucher der City in seinen Bann zieht. Die Beteiligung Prominenter bringt zusätzliche Aufmerksamkeit, wodurch das Spendenergebnis oft noch gesteigert werden kann. In Zahlen ausgedrückt: 2023 waren es 3.000, 2024 bereits 3.361 und 2025 immerhin 2.983 erradelte Kilometer, die allesamt in Spenden verwandelt wurden.
— Recherche (Stand: Juni 2024):
Aktuell liegt der Fokus auch auf nachhaltiger Mobilität in Wien: Einem DW-Bericht zufolge werden Initiativen gefördert, die mehr Menschen aufs Fahrrad bringen und dabei soziale Aspekte nicht vergessen. Zudem beleuchtet die Süddeutsche Zeitung in einem frischen Beitrag, wie in deutschen und österreichischen Städten Fahrrad-Events zunehmend gesellschaftliche Relevanz und Aufmerksamkeit erzeugen. Die Zeit berichtet aktuell, dass solche Aktionen das Bewusstsein für Hilfsprojekte stärken und zugleich Gemeinschaftsgefühl im urbanen Raum fördern.