Unruhiger Handelstag an der Wall Street: Die wichtigsten US-Börsen sind zum Handelsschluss allesamt ins Minus gerutscht. Nach einem ohnehin bewegten Tag verzeichnete der Dow Jones einen saftigen Rückgang und landete am Abend bei 50.906 Punkten, also 0,9 Prozent unter dem Vortag.
Technologiewerte zeigen sich etwas robuster
Im Vergleich zu den Standardwerten hielten sich die breit gestreuten Indizes wie S&P 500 und der technologiegetriebene Nasdaq 100 besser. Während der S&P 500 bei 7.652 Punkten endete (minus 0,3 Prozent), gab der Nasdaq 100 mit 30.409 Punkten lediglich 0,2 Prozent ab. Solche Unterschiede werfen einmal mehr Fragen nach der Entwicklung traditioneller Industrien und des Technologiesektors auf – vielleicht auch nur Zufall, aber der Trend zieht sich auffällig durch die letzten Wochen.
Weicher Euro, schwächeres Gold
Stolpersteine gab es nicht nur bei Aktien. Am Devisenmarkt verlor der Euro an Boden und wurde am Abend für 1,1327 US-Dollar gehandelt; umgekehrt bekam man für einen Dollar 0,8828 Euro. Auch Gold bot kein Auffangnetz – der Preis je Feinunze sackte auf 4.155 Dollar ab, immerhin ein Minus von 0,6 Prozent. In Euro umgerechnet waren das 117,92 Euro je Gramm. Man spürt fast die nervöse Grundstimmung.
Ölpreis steigt, alles schaut hin
Obwohl praktisch alles Richtung Süden zeigte, bildete der Ölpreis die Ausnahme. Die Nordsee-Sorte Brent kletterte gegen 22 Uhr auf 98,17 Dollar das Fass, satte 2,1 Prozent mehr binnen eines Tages. In solchen Momenten greifen Anleger dann gerne zu alten Börsenweisheiten – beispielsweise, dass steigende Energiekosten wie Sand im Getriebe auf die Wirtschaft wirken. Die Frage, ob das nur ein Strohfeuer oder der Beginn einer längeren Durststrecke ist, beschäftigt viele.
Konditionen: Inflation und Zinsen im Fokus
Mitten in diesen Marktturbulenzen wurden ausgerechnet am selben Tag neue US-Konjunkturzahlen publik, darunter eine Kerninflationsrate der privaten Konsumausgaben von 3,0 Prozent. Sie liegt zwar inzwischen unter dem Vormonat, aber immer noch deutlich über der anvisierten Marke der Notenbank. In Deutschland wurde für September ein Anstieg der Inflationsrate auf 3,3 Prozent gemeldet – auch nicht gerade beruhigend.
Öl als Risiko – Unsicherheit hält an
Der Ölpreisanstieg lässt viele Anleger grübeln. Teurere Energie verteuert Produktion und Transport, schlägt auf Konsumentenpreise durch und sorgt für Unsicherheit an den Märkten. Wer weiß schon, ob die Notenbanken nun wieder stärker gegensteuern müssen? Ein kurzer Anstieg mag verzeihlich sein, aber bleibt das Niveau hoch, könnte es für Unternehmen, Verbraucher und letztlich auch die Zentralbanken eine echte Stressprobe werden.
Marktüberblick
Die US-Börsen, angeführt vom Dow Jones, erlitten am Mittwoch spürbare Verluste, während Technologiewerte und der breit gestreute S&P 500 sich etwas besser hielten – dennoch war Unsicherheit überall spürbar. Am Rohstoffmarkt fiel besonders der plötzliche Preissprung beim Öl auf; der Brent-Preis übersprang die 98-Dollar-Marke und erhöhte den Druck auf Unternehmen und Verbraucher. Zeitgleich rückten Inflationsthemen wieder in den Mittelpunkt, sowohl in den USA als auch in Europa, was den Anlegern wenig Zuversicht gab.
Hintergrund & Einordnung
Die Mischung aus robusten US-Wirtschaftsdaten und anhaltend hoher (Kern-)Inflation sorgt für einen Zielkonflikt der Notenbanken, die zwischen Wachstumssicherung und Inflationsbekämpfung abwägen müssen. Analysten spekulieren, ob die Preissprünge beim Öl ein vorübergehendes Phänomen sind oder das Zeug zu einer neuen Energiepreiswelle haben. Auffällig ist, wie deutlich besonders klassische Industrieaktien unter Druck gerieten, was auf die verwobene Abhängigkeit von Energiepreisen hindeutet.
Zusätzliche Details
Laut FAZ.NET blieb die Stimmung an den US-Börsen wegen der Spekulationen über die weitere Zinspolitik der Fed und Sorgen um den Ölmarkt nervös, während der Technologiesektor von Erwartungen auf baldige Zinsentspannung profitierte. Der Spiegel hebt hervor, dass die Unsicherheiten über die Entwicklung von Verbraucherpreisen und Unternehmensgewinnen die Anleger gerade im Herbst verunsichern, was die Volatilität an den Märkten weiter erhöhen könnte. Süddeutsche Zeitung berichtet außerdem, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin robust bleibt, was Zinssenkungshoffnungen mindestens verzögert und die Börsen belastet, zumal steigende Ölpreise wie ein zusätzlicher Bremsklotz wirken.