Es ist schon merkwürdig: Einerseits bleibt der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe laut den neuesten Daten gleich, andererseits offenbaren die Details einen ziemlichen Zickzackkurs zwischen Hoch- und Tiefbau. Während Hochbau-Projekte um satte 6,7 Prozent zurückgingen, konnte der Tiefbau immerhin ein Plus von 6,5 Prozent verbuchen – fast wie ein Balanceakt auf dem Baugerüst. Betrachte ich den bereinigten Drei-Monats-Durchschnitt (Februar bis April), dann zeigt sich ein Mini-Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem vorherigen Zeitraum, wobei der Hochbau dabei einen besseren Lauf hatte (+2,4 Prozent), der Tiefbau aber Federn lassen musste (-1,3 Prozent).
Interessant finde ich auch den Blick auf das Vorjahr: Im April 2026 lag der reale Auftragseingang insgesamt 0,6 Prozent über dem Wert von April 2025 – das klingt bescheiden, zumal im Hochbau ein deutliches Minus von 6,5 Prozent und im Tiefbau ein beachtliches Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu Buche schlagen. Nominal betrachtet (also ohne Preisbereinigung) sieht’s noch etwas rosiger aus: Hier wurde ein Plus von 3,6 Prozent verzeichnet.
Was außerdem auffällt: Die Umsätze ziehen an – real um 3,6 Prozent und nominal um immerhin 6,3 Prozent, nun bei rund 10 Milliarden Euro. Auch bei den Beschäftigten gibt’s Zuwachs, wenn auch nur dezent: Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im April etwa 1,4 Prozent mehr Menschen im Bauhauptgewerbe tätig (ungefähr 545.000), so jedenfalls berichtet das Statistische Bundesamt. Ein Zahlengeflecht, das nach Routine klingt – und irgendwo zwischen Optimismus und Ernüchterung laviert.
Der Bauhauptgewerbe-Markt dümpelt, aber nicht ohne innere Bewegung: Während die Aufträge per Saldo stabil bleiben, wechseln sich Rückgänge und Zuwächse je nach Sparte ab. Hochbau schwächelt deutlich, Tiefbau legt zu – womöglich, weil öffentliche Infrastrukturprojekte angeschoben werden, während Wohnungsbau immer stärker unter gestiegenen Zinsen und Baukosten leidet. Bauunternehmen kämpfen weiterhin mit Materialknappheit, gestörten Lieferketten und höheren Finanzierungskosten, was vor allem im Hochbau zu einer spürbaren Zurückhaltung von Investoren und privaten Bauherren führt. Neue Informationen zeigen zudem, dass sich die Wohnungsbauflaute verschärft: Zwischen politischen Debatten über Förderprogramme und teils stagnierenden Baulandpreisen entsteht eine angespannte Gemengelage, in der nur der Tiefbau – Stichwort Energiewende und Brückensanierung – noch Impulse bringt.