Einer dieser Vorstöße kommt von PGIM, dem Vermögensarm des US-Versicherungskonzerns Prudential. Ein bisschen unscheinbar, aber mit spürbarer Konsequenz: Europachef Sebastiano Ferrante ließ gegenüber dem Handelsblatt durchblicken, dass PGIM den Neubau von Reihenhäusern in Deutschland auf dem Radar hat. Interessant ist, dass PGIM vor allem auf Vermietung abzielt, nicht auf schnelle Verkäufe. Schaut man genauer hin: Im Umland großer Städte – da, wo Pendeln noch Sinn macht und der Traum vom eigenen Haus nicht sofort platzt – sieht das Unternehmen Chancen. Für Quadratmeterpreise zwischen 1.900 und 2.000 Euro könne neuer Wohnraum entstehen, Mieten sollen bei 17 bis 18 Euro pro Quadratmeter liegen. Familien, so zumindest die Rechnung, könnten mit Monatsmieten von 1.700 bis 1.800 Euro noch halbwegs mithalten. Eigenartig eigentlich, denn ausgerechnet im klassischen Einfamilienhausbereich waren institutionelle Investoren bislang eine Randerscheinung. Ein struktureller Wandel bahnt sich an: Der angeschlagene Markt zwingt Bauträger dazu, Vorverkäufe als Sicherheit nachzuweisen. Genau hier springen die Großinvestoren ein – finanzieren vor, drücken möglicherweise die Einstiegspreise. Das könnte den Wettbewerb beleben, birgt aber auch Risiken. Vielleicht macht es aber auch alles nur komplizierter – so oder so, das Immobilienfeld bleibt ein spannendes, manchmal auch undurchsichtiges Spiel.
Große amerikanische Investoren wie Goldman Sachs und PGIM fassen nun auch im deutschen Reihen- und Einfamilienhausmarkt Fuß, der bislang vorwiegend von privaten Eigentümern oder kleineren Investoren geprägt wurde. Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der der Markt schwächelt und viele Bauträger dringend Kapital benötigen; durch Vorfinanzierungen sichern sich Investoren günstige Konditionen und größere Einflussmöglichkeiten. Angesichts steigender Baukosten, wachsender Unsicherheiten bei Zinsen und politischem Druck auf den Wohnungsmarkt könnte diese Entwicklung auf mittlere Sicht sowohl Chancen für neue Mietangebote als auch Konflikte um Wohnraumgestaltung und -verteilung bedeuten – zumal Mieten um die 1.800 Euro für viele Familien schon an der Grenze des Leistbaren liegen.