Vassiliadis: Keine Ambitionen auf RAG-Spitzenposten – Kritik am Engagement der Stiftung

Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, will nicht zur RAG-Stiftung wechseln. Gleichzeitig moniert er, dass der Großaktionär Evonik stärker unterstützen sollte – und mahnt entschlossene Interessenvertretung bei einer eventuellen Fusion mit BASF an.

22.10.26 18:58 Uhr | 4 mal gelesen

Klares Nein zu Gerüchten um Stiftungsposition

Wer davon ausging, dass Michael Vassiliadis ins Spitzenmanagement der RAG-Stiftung aufsteigen möchte, sieht sich getäuscht. Der IG BCE-Vorsitzende stellt nüchtern klar: Das kommt für ihn nicht infrage. Für manche überraschend, aber in Zeiten, in denen man hinter jeder Personalie ein Karrierepuzzle wittert, wohl nötig.

Kritik am verwaltenden Großaktionär

Interessanter ist vielleicht, wie Vassiliadis die Rolle der Stiftung kommentiert. Rund 44 Prozent von Evonik liegen in deren Einflussbereich, doch abgesehen vom Verwalten und Dividenden-Einsammeln – so der Gewerkschafter – fehle es an Initiative. Er fordert Einsatz – nicht nur für die dunkelgraue Vergangenheit (sprich Ewigkeitskosten des Bergbaus), sondern auch für die Zukunft des Chemiekonzerns.

Missverständnisse und Klarstellungen

An dem Punkt wurde es zuletzt etwas schief in der Berichterstattung: Nein, er meinte nicht, Evonik habe Probleme am Kapitalmarkt oder mit Banken. Das wurde inzwischen intern ausgeräumt. Was bleibt, sind offene Punkte: Wie weiter, wenn die Stiftung zentraler Anker bleibt – besonders falls ein Zusammenschluss mit BASF konkret werden sollte?

Interessen der Beschäftigten: mehr als ein Randthema

Hier ist der Gewerkschafter ganz in seinem Element: Es geht nicht nur um reine Größe und Marktanteile, sondern um Dingliches – Standorte, Köpfe, Zukunft. Eine Fusion bedeutet nicht automatisch Sicherheit für die Arbeitnehmer. Man merkt, wie sehr solche Szenarien Emotionen und Gemüter bewegen – gerade im Ruhrgebiet.

Transparenz im Aufsichtsrat? Nicht immer

Apropos doppelte Rollen: Vassiliadis ist zwar im Aufsichtsrat von BASF, schließt sich aber kategorisch von Gesprächen über Evonik aus. Die Trennung sei ein Gebot – kein Papier, keine Akten, kein Gespräch. Das klingt beinahe gespenstisch formal, aber eben nötig, wenn man Interessenkonflikte verhindern will. Eigentlich wäre es spannend, mal Mäuschen zu spielen: Wie laufen solche Meetings wohl ab, wenn einer der wichtigsten Player den Raum verlässt, sobald das Thema seiner anderen Baustelle zur Sprache kommt?

Fazit: Kein Postenwechsel, viele offene Fragen

Während alle Personal-Spekulationen vom Tisch sind, fragt sich die Belegschaft weiter, wie das Dreieck Gewerkschaft, Stiftung und Chemiekonzern in Zukunft tickt. Nicht nur Kontrollfunktion, sondern tatsächliches Engagement einer Stiftung kann einen Unterschied machen – nicht zuletzt in so stürmischen Branchenzeiten wie diesen.

Zusammengefasst: Kritik an RAG-Stiftung bleibt – Personaldebatte beendet

Die vermeintliche Rochade von Michael Vassiliadis an die Spitze der RAG-Stiftung ist endgültig vom Tisch – im Zentrum steht jetzt einzig, wie die Stiftung und Evonik zusammenarbeiten. Für die Gewerkschaft bleibt die Frage drängend, ob die RAG-Stiftung als Hauptaktionärin mehr für die Modernisierung und Zukunftsfähigkeit des Chemiekonzerns tun sollte. Besonders bei Fusionsgerüchten mit BASF mahnt Vassiliadis an, soziale Sicherheiten und Standorte nicht aus dem Blick zu verlieren.

Neue Entwicklungen aus der Presse

Aktuelle Berichte aus führenden Medien zeigen, dass im Zusammenhang mit möglichen Fusionen in der Chemiebranche und der Rolle großer Stiftungen wie der RAG hitzige Diskussionen um Arbeitnehmerrechte, Standortsicherheit und die politische Verantwortung von Ankerinvestoren entbrennen. Hinzu kommt der Faktor Nachhaltigkeit: Die Erwartungen an die grüne Transformation der deutschen Industrie, neue Technologien und klimafreundliche Produktionsprozesse werden zunehmend zu einem Prüfstein für große Chemiekonzerne – auch für Evonik. Industriepolitisch bleibt offen, wie sehr sich RAG und andere Stiftungen proaktiv einbringen oder am Ende doch eher abwartend agieren.

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