Verdi veröffentlichte am Donnerstag klare Worte: In sämtlichen 16 Regionen des Einzelhandels und in den 20 Tarifregionen des Groß- und Außenhandels besteht die Forderung nach einer Gehaltserhöhung um sieben Prozent – ein Signal, das deutlich aufhorchen lässt. Die Sorge um die Kaufkraft steht dabei im Zentrum. Nach Meinung der Gewerkschaft muss der Lohnzuwachs die Inflation deutlich ausstechen, sonst gehe man am eigentlichen Problem vorbei. Auch Einmalzahlungen sieht Verdi kritisch – sie seien kein Ersatz für dauerhafte Lohnerhöhungen. Interessant: Bezug nimmt die Gewerkschaft auch auf die besonders schwierige Lage der Teilzeitkräfte und Auszubildenden, die oft trotz harter Arbeit kaum über die Runden kommen. Silke Zimmer, Mitglied im Bundesvorstand, bringt es auf den Punkt: „Leute kassieren Tag für Tag Millionen für die Firmen, und privat reicht das Geld trotzdem kaum bis Monatsende. Für viele fühlt sich das schlichtweg wie ein schlechter Scherz an.“ Die Auftaktrunde der Gespräche, die für etwa 5,2 Millionen Händlerinnen und Händler relevant ist, soll am 17. April in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg starten. Ob die Unternehmen sich auf diesen Druck einlassen, bleibt abzuwarten. Aber der Ton ist auf jeden Fall schon mal gesetzt – und das lautstark.
Die von Verdi geforderte Gehaltserhöhung nimmt angesichts aktueller Inflationssorgen und steigender Lebenshaltungskosten eine zentrale Rolle ein. Einschlägige Medienberichte zeigen, dass mit steigender Unzufriedenheit unter den Beschäftigten gerechnet wird, sofern die Unternehmen nicht auf die Forderungen eingehen. Besonders das Beharren auf tabellenwirksame Erhöhungen – und die explizite Ablehnung bloßer Einmalzahlungen – hebt Verdi von bisherigen Runden ab und könnte die anstehenden Verhandlungen erheblich beeinflussen. Hinzu kommt, dass viele Händler nahezu auf Mindestlohn-Niveau arbeiten, was durch eine von Verdi vorgelegte Studie und Berichte über wachsende Personalengpässe unterstrichen wird. Auch die Belastung der Azubis gerät verstärkt ins Blickfeld. Die Gespräche starten am 17. April und werden von Branchen-Experten als belastungsreich und konfliktträchtig eingestuft. Zeitgleich berichten Nachrichtenportale wie die „Süddeutsche“, dass der Deutsche Handelsverband vor Kostenexplosionen warnt, eine Einigung aber für den Sommer erhofft wird.