Die vergangenen Monate haben es gezeigt: Ein Sommer wie in Flammen, der kaum jemanden verschont lässt. Mit Blick auf die Hitzewellen dieses Jahres schlägt der GDV, Deutschlands größter Versichererverband, Alarm – wer nicht vorbeugt, zahlt am Ende doppelt.
Klimarisiken: Mehr als nur ein mediales Trendthema
Jörg Asmussen, Leitungsmensch des GDV, macht im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland deutlich, wie weitreichend die Folgen von anhaltender Hitze und Dürre sind. Gerade jetzt, meint er, müsse Prävention viel ernster genommen werden – denn zu oft reagiere man noch, statt vorzudenken. Während Hochwasser und Feuer gern spektakuläre Bilder liefern, merkt man wirtschaftliche und gesundheitliche Belastungen oft erst mit Verzögerung.
Bau, Betriebe, Bilanzen: Wer wirklich leidet
Es klingt fast wie eine Binsenweisheit, wiederholt sich aber Jahr für Jahr: Produktionsausfälle, schleppende Lieferketten – besonders die Flussschifffahrt hat unter Niedrigwasser zu kämpfen. Während Arbeiter stöhnen und Maschinen langsamer laufen, steigen die Kosten durch den Energiebedarf für Kühlung. Die Versicherer selbst fürchten, sie könnten künftig häufiger in die Tasche greifen müssen, weil Klimafolgeschäden an Infrastruktur und Gebäuden immer neue Höhen erreichen.
Folgen auch für Bevölkerung und Alltag
Abseits der reinen Wirtschaftsstatistik ist da noch das Stöhnen der Großstädte: Überhitzte Straßen, wenig Schatten, Krankenhäuser, die mit Notkonzepten Klimaanlagen nachrüsten. Schulen und Altenheime lechzen nach Kühlräumen. Das alles ist Klimaanpassung im Alltag – und kostet Nerven und Geld.
Klimaanpassung: Zwischen Wunschdenken und Notwendigkeit
Maßnahmen wie kühlere Straßenbeläge, bessere Dämmungen oder stabilere Netze klingen sinnvoll, werden aber oft verschleppt. Die Frage ist: Wer übernimmt die Kosten und wer entscheidet, was zuerst passiert? Seit Jahren warnen die Versicherer davor, dass das bloße Regulieren der Schäden irgendwann unbezahlbar wird. Prävention muss zur Routine, nicht zur Ausnahme werden – sonst wird jeder Sommer zum ungebetenen Wirtschaftscrash.
Wie weiter?
Ob die Politik die Kurve bekommt, ist offen. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob der Warnschuss des GDV verhallt oder tatsächlich neue Programme entstehen. Was bleibt ist jedenfalls das Gefühl, dass noch Zeit ist – aber eben nicht mehr unbegrenzt viel davon.