Weimer plädiert: Fußballtrikots dürfen kein Luxus sein

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) moniert die hohen Anschaffungskosten der DFB-Trikots anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft.

heute 11:54 Uhr | 6 mal gelesen

Im Gespräch mit der 'Rheinischen Post' brachte Weimer zum Ausdruck, dass für ihn Fankultur ein grundlegender Teil des deutschen Selbstverständnisses ist. Doch, so merkt er an, sollte diese Kultur niemanden ausschließen. "Jeder sollte sich leisten können, sich das Trikot seines Nationalteams überzuwerfen und so seine Unterstützung auszudrücken", sagt er. Gerade, weil Fußball für viele Menschen in Deutschland nicht einfach Sport, sondern ein ausgelassenes gesellschaftliches Ereignis ist, erachtet Weimer erschwingliche Fanartikel als unerlässlich. Nicht nur er sieht das so: Auch die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Aydan Özoguz von der SPD, kritisiert die aktuellen Preise der DFB-Trikots. Sie wünsche sich klarere Preisgestaltung, die auch Familien und Wenigverdienern entgegenkäme. Ihre Einschätzung fällt deutlich aus: Am Ende schade es der Atmosphäre, wenn Trikots unerschwinglich bleiben und deshalb das bunte, verbindende Bild auf den Straßen und in den Stadien seltener werde.

Es ist schwer zu bestreiten: Die Kosten für offizielle DFB-Trikots erreichen für viele Fans unerschwingliche Höhen, vor allem zur WM-Zeit, wenn die Nachfrage stark ansteigt. Kulturstaatsminister Weimer meldet sich deshalb zusammen mit Bundestagsmitglied Özoguz zur Wort und fordert, dass Trikots für alle erschwinglich sein sollten. Ihre Argumentation: Fankultur lebt von sozialer Vielfalt und Teilnahme – exklusive Preise widersprechen diesem Gedanken. Aktuelle Recherchen zeigen, dass die neuen DFB-Trikots für Erwachsene im Handel etwa 100 Euro kosten. Besonders Familien fällt es schwer, mehrere Trikots zu kaufen. Die Preisgestaltung orientiere sich laut Hersteller Adidas an nachhaltiger Produktion und gestiegenen Rohstoffpreisen. Diskussionen um Fan- und Familienfreundlichkeit erhitzen daher aktuell viele Foren und soziale Medien rund um die Nationalmannschaft und die anstehende EM. Immer mehr Stimmen, auch aus dem Profisport, appellieren – ähnlich wie Weimer – an die Verantwortung von Verbänden und Ausrüstern, die gesellschaftliche Bedeutung der Sportbegeisterung nicht finanziell auszuschließen.

Schlagwort aus diesem Artikel