Wert der Pflege: Einheitliche Gehaltsfinanzierung für alle Träger gefordert
Berlin – Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), äußert scharfe Kritik an den geplanten Änderungen zur Refinanzierung von Lohnsteigerungen in der häuslichen Kranken- und Intensivpflege. Er mahnt, die Arbeit von Pflegekräften bei privaten Trägern dürfe nicht geringer bewertet werden als jene bei öffentlichen oder gemeinnützigen Organisationen.
06.07.26 18:27 Uhr | 1 mal gelesen
Hand aufs Herz: Sind Pflegekräfte in privaten Einrichtungen wirklich weniger wert? Bernd Meurer stellt diese scheinbar naive Frage ganz bewusst – und trifft damit ins Schwarze. Wenn es um höhere Gehälter und deren Refinanzierung in der häuslichen Krankenpflege geht, dürfen die Sparmaßnahmen der Kassen nicht einseitig zulasten privater Träger ausfallen. Es ist immerhin ein Fortschritt, dass das starre Festhalten an Lohnbegrenzungen langsam in Bewegung gerät. Doch Meurer spitzt zu: Wird das jetzt so geregelt, dass am Ende tarifgebundene Träger bevorzugt werden? Dadurch entstünde eine neue Kluft in der Pflegebranche. Laut Meurer riskiert man so, dass Fachkräfte abwandern und am Ende die Versorgung vieler Bedürftiger wackelt. Sein Appell: Egal, wer Träger ist – sie alle brauchen die Sicherheit, Gehaltssteigerungen auf dem Niveau der Tarife finanzieren zu können.
Bernd Meurer vom bpa kritisiert scharf, dass die geplanten GKV-Reformen die Refinanzierung von Gehaltssteigerungen nicht für alle Pflegeträger gleichermaßen sicherstellen. Besonders warnt er davor, dass eine Privilegierung tarifgebundener – meist öffentlicher oder gemeinnütziger – Anbieter private Träger benachteiligen und langfristig zur Abwanderung von Pflegepersonal führen könnte. Aktuell bedroht der Fachkräftemangel laut Branchenbeobachtern bereits die Versorgungssicherheit – diese dürfte sich verschärfen, wenn Refinanzierungs- und Vergütungsfragen nicht endlich einheitlich geregelt werden. Die Pflege im häuslichen Bereich, auf die Hunderttausende angewiesen sind, braucht laut Experten dringend verlässliche, faire Rahmenbedingungen, damit die Branche zukunftsfähig bleibt.