Wohnungsbau leidet weiter: Unsicherheit und Stornierungen nehmen zu

Die Unsicherheit im deutschen Wohnungsbau hält an – das spiegelt sich auch in der Stimmung der Baubranche wider.

heute 07:50 Uhr | 3 mal gelesen

Im Mai hat sich das Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau laut Ifo-Institut ein weiteres Mal verschlechtert – von -28,2 auf -29,3 Punkte. Zwar gab es einen minimalen Lichtblick bei den Erwartungen, insgesamt herrscht jedoch große Skepsis. Die aktuelle Lage sehen die Unternehmen pessimistischer als zuletzt; viele Firmen rechnen nicht mit einer schnellen Erholung des Baugeschäfts. Auffällig: Während sich die Zahl der Firmen, die zu wenig Aufträge haben, leicht reduzierte (von 43,8 auf 42,2 Prozent), stieg der Anteil der gemeldeten Stornierungen von Aufträgen von 10,8 auf 11,7 Prozent. Auch Lieferengpässe gehören weiterhin zum Alltag: Knapp jeder zehnte Betrieb kämpft noch mit Engpässen bei Material und Vorprodukten. Laut Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut bleibt die Atmosphäre im Wohnungsbau angespannt – auch wenn vereinzelt die Aufträge leicht steigen, sorgen die zunehmenden Projektabsagen für Unsicherheit. Das schwache Vertrauen der Kundschaft bleibt ein Problem – und die Branche kommt nicht richtig in Schwung. Was noch fehlt? Ein echter Hoffnungsschimmer.

Unterm Strich kommt der deutsche Wohnungsbau nicht aus dem Loch – trotz kleinerer Verbesserungen bei den Auftragseingängen überwiegt die Unsicherheit. Stornierungen nehmen zu, Materialengpässe belasten weiterhin die Betriebe und die Erwartungen sind alles andere als optimistisch. Im weiteren Verlauf bleibt offen, wann eine echte Trendwende einsetzt; ganz offensichtlich fehlen der Branche klare politische Impulse und Vertrauen bei den Investoren. Neuere Stimmen aus der Branche fordern angesichts steigender Baukosten und hoher Zinsen entschiedene Maßnahmen von der Politik, etwa steuerliche Erleichterungen oder gezielte Förderprogramme für bezahlbaren Wohnraum. Besonders brisant: Es gibt Hinweise, dass der Wohnungsmangel in Städten weiter verschärft werden könnte, wenn der aktuelle Boom der Stornierungen anhält. Auch die Unsicherheit wegen möglicher verschärfter Klimavorgaben spielt für viele Investoren eine Rolle – sie warten ab, bis klarere Rahmenbedingungen herrschen.

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