Zinsanstieg bringt Wohnungsbau in Schieflage: LEG-Chef warnt vor Folgen für Branche und Markt

Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender von LEG Immobilien, sieht durch den jüngsten Anstieg der Zinssätze massive Herausforderungen für Bauherren und die Immobilienwirtschaft voraus. Neben gestiegenen Finanzierungskosten erwartet der Konzern selbst ab 2027 jährliche Mehrausgaben in Millionenhöhe, aber auch eine weiter abflauende Dynamik am Immobilienmarkt.

08.10.26 06:31 Uhr | 2 mal gelesen

Plötzlich spürbar rauerer Wind auf dem Wohnungsmarkt: LEG-Chef Lars von Lackum meldet sich zu Wort – und zwar mit ziemlich klaren Sorgenfalten auf der Stirn.

Zinsanstieg dreht an der Kostenspirale

Durch die Zinsentwicklung, insbesondere den Sprung um etwa einen Prozentpunkt, verteuern sich Finanzierungen quer durch die Bank. Für Bauherren, egal ob Familien oder Bauträger, wird es merklich schwieriger, sich die geplanten vier Wände überhaupt leisten zu können. Klingt vielleicht nach grauer Theorie – aber wenn’s plötzlich an echtes Geld geht, wird’s für viele konkret eng.

LEG: Zehn Millionen Euro Zusatzlast jedes Jahr

Eigentlich sollte ein milliardenschwerer Wohnungskonzern wie die LEG gelassen bleiben. Doch von Lackum rechnet nüchtern vor: Allein die anstehenden Refinanzierungen schlagen ab 2027 mit satten zehn Millionen Euro pro Jahr mehr zu Buche. Ein Schlag, der für einen Giganten vielleicht verkraftbar ist, aber für kleinere Player oder Projektentwickler schnell zur Existenzprüfung wird.

Marktabkühlung und stockende Transaktionen

Die Folge: Immer weniger Immobilien wechseln die Besitzer, die großen Deals werden rar. Der Markt verliert seinen Atem, wie von Lackum es ausdrückt. Vor allem Verkäufe oder Zukäufe in großem Stil dürften damit vorerst die Ausnahme bleiben.

Berliner Debatte: Politische Unsicherheit als Risiko-Anheizer

Noch ein Pfeil im Köcher der Unsicherheit: Die Diskussion um eine mögliche Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen (gerade in Berlin) könnte Banken zwingen, bei der Finanzierung vorsichtiger zu werden. Geht die Sicherheit flöten, steigen Risikoaufschläge, und im Dominoeffekt zahlen am Ende alle Kreditnehmer ihre Zeche – auch private Häuslebauer. Die Folge wären wohl noch höhere Zinskosten für viele.

Mehr als nur Zahlen: Neue Hürden für Neubau und Eigentum

Steigende Zinsen wirken pauschal auf alles, was mit Immobilien zu tun hat. Wer heute baut, muss mehr zahlen, sieht die möglichen Gewinne schwinden und startet viele Projekte gar nicht erst. Auch Bestandsimmobilien werden im Ankauf teurer, dazu kommt, dass Verkäufer oft (noch) nicht bereit sind, beim Preis runterzugehen – das lähmt den Handel zusätzlich und macht neue Investitionen immer unattraktiver.

Risiken überall – aber unterschiedliche Härten

Während Konzerne wie LEG den Mehraufwand laut von Lackum irgendwie schultern können, trifft der Zinsimpuls kleine Firmen und private Häuslebauer besonders empfindlich. Es ist ein bisschen wie beim Seegang auf hoher See: Einige Schiffe fahren weiter, die kleinen Boote kämpfen mächtig gegen die Wellen. Dazu gesellt sich die politische Unsicherheit, die wie ein plötzlich aufkommender Sturm die ganze Branche auf Trab hält.

Der jüngste Zinsanstieg in Deutschland wirkt sich stärker als gedacht auf den Wohnungsneubau und den Immobilienmarkt allgemein aus. Große wie kleine Bauprojekte geraten ins Stocken, da sowohl private als auch professionelle Bauherren mit deutlichen Mehrkosten bei der Finanzierung rechnen müssen, während sich Anschaffungen und Verkäufe auf dem Markt spürbar verlangsamen.

Zusätzliche Details aus aktuellen Berichten

Laut Auswertung neuer Artikel (z. B. auf DER SPIEGEL und FAZ) steht der deutsche Wohnungsbau an einem kritischen Punkt: Bauprojekte werden reihenweise verschoben oder ganz abgesagt, weil sinkende Fördermittel, teurere Baustoffe und satte Zinsen die Kalkulationen schlichtweg sprengen. Viele Unternehmen berichten von dramatisch eingebrochenen Genehmigungszahlen und warnen vor einer weiteren Verknappung am Wohnungsmarkt, die sich schon in steigenden Mieten niederschlagen könnte. Parallel beschäftigen nicht nur die Zinspolitik und Baupreise die Branche, sondern auch politische Unsicherheiten wie das Berliner Volksbegehren zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne, was die Bereitschaft großer Investoren zusätzlich dämpft und institutionelle Anleger weiter verunsichert.

Aktueller Quellenüberblick

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