Dessau-Roßlau, eine Stadt mit außergewöhnlichem Bauhaus-Erbe, kämpft wie viele Regionen in Ostdeutschland mit dem Problem: Immer weniger Menschen wollen hier dauerhaft leben. Häuser stehen leer, Nachbarschaften dünnen aus, und man spürt plötzlich, wie laut Stille sein kann. Kann der Leerstand vielleicht ein Anfang für ungewöhnliche Innovationen sein? Diese und andere Fragen stellen sich die Moderatorinnen Susann Böttcher und Doreen Jonas in der Live-Debatte – gemeinsam mit Dr. Barbara Steiner vom Bauhaus, Bürgermeisterin Jacqueline Lohde und Demografie-Experte Frederick Sixtus.
Die Zukunft der Stadt – genau darum geht es: Stichwort Bauhaus als Sinnbild für Neuanfang und mutiges Denken. Bis zur Bundesgartenschau 2035 hat Dessau große Pläne. Stadtteile sollen besser miteinander verknüpft, neue Parks und grüne Verbindungen erschlossen, das Klima berücksichtigt werden. Kurzum: Schrumpfung nicht als Versagen, sondern als Impuls für frische Ideen begreifen! Klar, leicht gesagt. Was hält die Bevölkerung davon – ist das praktikabel oder Wunschdenken?
Alle, die sich einbringen wollen, können während der Sendung online oder im YouTube-Chat ein Wörtchen mitreden. Die Meinungen der Bevölkerung werden geholt, nicht verordnet. Und übrigens, wie tickt eigentlich der Rest Deutschlands dazu? Auch andere Regionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
Das Format „Mitreden! Deutschland diskutiert“ ist so etwas wie ein wöchentlich wandernder Debattiertreff für ganz Deutschland – immer montags und donnerstags am Abend, im Radio, online und zeitversetzt per Podcast. Am Rand: Wer neugierig ist, wie Journalismus gemacht wird, kann bei „Mitmischen! beim MDR“ sogar hinter die Kulissen schauen.
Ziemlich praktisch: Wer bei der Live-Debatte zu kurz kommt, kann später alles nachhören oder mit einem Klick auf die YouTube-Kanäle abtauchen. Ganz ehrlich: Ob solche offenen Gesprächsrunden die Probleme wirklich lösen oder nur Stimmungen einfangen, bleibt spannend. Aber was bleibt, ist zumindest die Chance, eigene Impulse einzubringen.
Im Mittelpunkt der aktuellen MDR-Livesendung steht die Frage, wie schrumpfende Städte wie Dessau-Roßlau mit zunehmender Leere konstruktiv umgehen und daraus Potenzial für Neues schöpfen können. Während Expertinnen und Experten mit Bürgerinnen und Bürgern über Lösungen diskutieren – von städtebaulichen Maßnahmen bis hin zu gesellschaftlicher Teilhabe – zeigt sich auch der überregionale Charakter des Problems: Immer mehr Kommunen in ganz Deutschland suchen kreative Antworten auf Geburtenrückgang, Leerstand und Abwanderung. Ergänzend berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung in dieser Woche über innovative Zwischennutzungen leerer Häuser in anderen Städten, während die FAZ die demografische Entwicklung in ländlichen Regionen kritisch analysiert; der Spiegel hebt den emotionalen Zwiespalt der Betroffenen zwischen Heimatliebe und Resignation hervor. Laut neuen Untersuchungen setzen einige Städte verstärkt auf ökologische Modernisierung, flexible Nutzungskonzepte und gezielte Rückbaustrategien, um sich als lebenswerte Zentren im Wandel zu behaupten.